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Feuilleton


Hamburger Kunsthalle, 7. Oktober bis 28. Januar 2007

Caspar David Friedrich

Die Erfindung der Romantik


Seit dem 7.Oktober 2006 gastiert die Ausstellung „Caspar David Friedrich – Die Erfindung der Romantik“ in der Hamburger Kunsthalle. Obwohl der Künstler bereits zu Lebzeiten in Vergessenheit geriet, erlebt er seit dem 20. Jahrhundert dank des wachsenden Interesses an der Romantik eine Renaissance.

Die Sammlung ist in elf Bereiche gegliedert. Im ersten Bereich findet sich die Biografie des Malers. Zur Orientierung sind die wichtigsten geschichtlichen Daten, zum Beispiel Napoleons Selbstkrönung im Jahre 1804, aufgeführt. Der Biografie kann der Besucher unter anderem entnehmen, dass der jüngere Bruder des Malers, Johann Christopher, ertrank, als er versuchte, den beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochenen Caspar David zu retten. Möglicherweise ist die Entstehung des Gemäldes „Das Eismeer“ auf dieses schlimme Ereignis zurückzuführen. Es zeigt eine brechende Eisschicht, die kaum merklich ein Schiff unter ihrer Masse begräbt.
Der zweite Bereich trägt den Titel „Rückenfiguren“. Auf den dort hängenden Gemälden finden sich hauptsächlich Personen, die mit dem Rücken zum Betrachter stehen und in die vor ihnen liegenden idyllischen (See-) Landschaften blicken. Es scheint, als ob sich die Personen nach einem inneren Frieden und der Zugehörigkeit zu der betreffenden Landschaft sehnen. Diese Sehnsucht nimmt das gesamte Gemälde und somit auch den Betrachter ein.

Im benachbarten Raum, dem dritten Bereich mit der Bezeichnung „Selbstporträts und frühere Arbeiten“, finden sich Skizzen mit geometrischen Übungen und auch Studien von weiblichen und männlichen Körpern. Unter den Porträts und Zeichenübungen finden sich auch zwei von Caspar David Friedrich verfasste Schriftblätter. Auf einem der beiden von 1788 steht folgender Satz: „Gott hat selbst in unsere Schmerzen und Bekümmernisse einen gewissen Keim zum Vergnügen gelegt.“

Mit Akribie und viel Liebe zum Detail widmet sich Friedrich im vierten Bereich „Naturstudien“ in seinen Gemälden den Formen diverser Bäume und Landschaften. Für seine punktgenauen Naturstudien brauchte Caspar David Friedrich die komplette Abgeschiedenheit und Einsamkeit in der Natur. Die vorausgegangenen Übungen wirken wie kleine Schritte, die der Maler schließlich in seinen Ölgemälden und Aquarellen zu einem Ganzen zusammenfasst.




Mit schwarzen Kreuzen, kahlen Bäumen, Nebelgeschwader, blaugrauen Farbwelten und kalten Sonnen schafft Friedrich mit seinen Bildern im fünften Bereich „Nebel und Panorama“ eine triste, fast schon finstere Atmosphäre. Diese Stimmung hält sowohl im sechsten Raum „Melancholie und Ruinen“ als auch im siebten Bereich „Finsternis und Abgründe“ an. In letzterem befindet sich jedoch das weltberühmte Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“, das mit seiner Helligkeit die düstere Atmosphäre unterbricht.
Auffällig ist an den Gemälden im achten und neunten Raum „Weite, Symmetrien und Bildpaare“, dass Caspar David Friedrich häufig ins Zentrum seines Bildes eine Sonne oder einen Mond, also eine helle Lichtquelle, malt. Immer wieder verwendete Motive sind zudem seine Heimatstadt Greifswald und das Meer bzw. der Hafen.
Im abgedunkelten zehnten Raum „Lichterscheinungen“ hängen Transparentbilder, die Friedrich für St. Petersburg anfertigte. Je nach Beleuchtung stellen die faszinierenden Gemälde einen Sonnenaufgang oder Abendröte dar. Den Abschluss bildet der elfte Bereich „Bildfolgen und Lebensschiff“, in dem sich unter anderen das Gemälde „Lebensstufen“ befindet.

Die Ausstellung mit ihren über 70 Ölgemälden und mehr als 100 Aquarellen, Sepien und Zeichnungen des „Erfinders der Romantik“ wird noch bis zum 28. Januar 2007 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein.


Wencke Nottmeyer - red / 12. Januar 2007
ID 2908
Caspar David Friedrich
Die Erfindung der Romantik
Gründungsbau
7. Oktober bis 28. Januar 2007

Erweiterte Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 20 Uhr
Donnerstag 10 bis 21 Uhr

Weitere Infos siehe auch: http://www.hamburger-kunsthalle.de





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