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Ausstellung Neue Galerie in Graz

Barbara Caspar
"touch"



Foto: Neue Galerie ( Barbara Caspar)


Ausstellung Neue Galerie in Graz
Kurartiert wurde die Ausstellung von Dr. Elisabeth Fiedler
Vom 10. Juni 2006 bis 23. Juli 2006
Barbara Caspar gehört einer jungen österreichischen Künstlergeneration an, die offensiv analytisch-ästhetische Fragen stellt und den Betrachter damit nicht nur konfrontiert, sondern auch aktiv miteinbezieht.

Die Künstlerin zeigt einen performativen Film, in dem sie selbst als Hauptdarstellerin agiert. Bekleidet mit einem kurzen weißen Hemdkleid und in hohen Stöckelschuhen erhebt sie sich, attraktiv-erotisch und gleichzeitig gefährlich, bewaffnet mit einer Pistole.

Kontrolle, Überwachung und Machtmechanismen werden dabei als Parameter für die ambivalente Stellung des Menschen in einer technoiden Gesellschaftsstruktur untersucht und mit dem "shooting star" in mehreren Realitätsebenen konfrontiert.
Eine Sequenz aus dem Film, in dem Caspar die Waffe in der Hand hält, ihre Absicht aber noch nicht klar ist, friert sie nun als Still ein und überträgt diesen in die Form einer lediglich 35 cm hohen Skulptur aus einer Gips-Plastik-Mischung, die gewachst wird. Als Repräsentationsfunktion der überhöhten Selbstdarstellung wird eine Skulptur mit Goldfarbe bemalt, die anderen Kopien, Klone ohne Auflagenbeschränkung vervielfältigt und in weißer Materialhaftigkeit belassen. Diese werden auf die Abdeckungen von einem Meter hohen Abflussrohren – fleischfarbig bemalt – befestigt. 30 dieser Exponate bevölkern in unterschwelliger Bedrohlichkeit durch Multiplizität den von der Straße einsichtigen Raum. Eine Trennlinie scheint die Distanz zwischen Skulptur und Betrachter zu bilden, die allerdings, sobald sie übertreten wird, die mündliche Aufforderung zur Berührung vermittels des Wortes „touch“ ausspricht.


Foto: Neue Galerie ( Barbara Caspar)


Verbot versus Gebot werden hier offengelegt und verunsichern den Besucher. Weiters ertappt fühlt er sich nicht nur durch die mündliche, nicht sichtbare Reaktion, die Observanz wird auch mittels Überwachungskameras evident. Die Aufnahmen spielen diese in den zweiten Raum und können in Realzeit auf zwei Monitoren überprüft werden. Die Eindeutigkeit der Repräsentation wird verunklärt und die Ambivalenz von bestehender Aura und der Aufforderung zu deren Durchbrechung deutlich.

An der Rückwand des zweiten Raumes befindet sich eine weitere Skulptur. Der Besucher wird hier aufgefordert, diese nun, mittels Paintballpistolen, gefüllt mit unterschiedlichen Farben, zu markieren. Auch dieser Vorgang wird über zwei Überwachungskameras, die den Schießenden frontal filmen, aufgenommen und auf zwei Monitore, die sich im ersten Raum befinden, auf die Straße, in den öffentlichen Raum gespielt. Die Passanten fühlen sich über diesen Blickwinkel dabei vom Pistolenlauf direkt angepeilt, werden somit ebenfalls in die Ausstellungsstruktur eingebunden.

So wird die Überwachung bei Barbara Caspar selbst zum Teil ihres Kunstwerkes, der Betrachter wird zum Protagonisten, zum Komplizen, der beobachtet wird, selbst beobachtet und die Referenzebenen zwischen den beiden Räumen verbindet.
(Auszug aus dem Pressetext: Dr. Elisabeth Fiedler)

Barbara Caspar arbeitet derzeit an einem Dokumentarfilm mit Spielfilm Elementen über die 1997 verstorbenen New Yorker Underground Schriftstellerin Kathy Acker.
Kathy Ackers Ruf als Queen of Punk beruhte einerseits auf formalen und inhaltlichen Schwerpunkten ihrer literarischen Arbeit, andererseits aber auch auf der Stilisierung ihrer Person
Kathy Acker war sehr umstritten, die hinsichtlich mit ihren radikalen, sexuellen und politischen Büchern nicht nur zu Lebzeiten provozierte, sondern bis heute noch weltweit Kontroversen heraufbeschwört.
Der Film wird unter anderem von ARTE, ORF und vom Bundeskanzleramt finanziert.


Christa Linossi - red / 22. Juni 2006
ID 00000002481
Barbara Caspar
geboren 1979 in Graz, lebt und arbeitet in Wien und New York

Weitere Infos siehe auch: http://www.fragilefeatures.com






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