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Feuilleton

„Discover The Undiscovered“

2004 International Assemblage Artist Exhibition vom 1.September bis 28.September in Berlin

Ausstellungen haben erst dann eine Bedeutung, wenn sie Spuren hinterlassen.
Oder wenn Du Spuren findest, die andere hinterlassen haben.

Die Ausstellung im Friedrichshainer Kiez in der Krossener Straße 34 kommt beidem sehr nahe.

Du betrittst den ersten Raum und die Spur der Geschichte heißt Dich in den 20er Jahren willkommen.

„Hootchi Cootchi Mama“, Lisa Austin – USA, 325 Euro


Schon willst Du Dich diesem Rausch ergeben, folgst dieser Spur der Geschichte, die doch nicht echt, immer wieder mit kleinen Makeln versehen, mit Störungen, die unerwartet beim Betrachten im Detail schockieren und Dir ein Signal geben, Dich nicht täuschen zu lassen, Dich weitertreiben zu lassen und wirst wachgerüttelt von der „Kommission der drei weisen Männer“


„commission of three wise men” Tirzo Martha - Curacao


Bist Du Dir noch nicht wirklich sicher, ob du in der Gegenwart gelandet bist, wirst auf dem Weg in den nächsten Raum reichlich irritiert von dem goldenen Altar mit den rosa Engeln, und dann weißt du wieder bescheid: Die Dosenpracht, altbewährtes Neues. Die Büchsen haben Dich wieder in die Gegenwart geführt.


„Tryptich Altar“, Linda Brown - USA, 1850 Euro
Detailfoto „Jack in the Box“, Claudia Padilla - USA, 1300 Euro


„Beautycase“, Lianne Nitschke-Berlin, 630 Euro


Spannende Details in doch nicht wirklich überfrachteten Räumen – immerhin 65 unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen sind vertreten - verwinkelt führt der Weg hinter einen schwarzen Vorhang bis in den letzten großen Raum, der noch mal einen gänzlich anderen Eindruck dreidimensionaler Kunst vermittelt.

Hinaus geht es nur wieder zurück durch die Tür, durch die man auch hineingekommen ist. Ein kurzer Blick fällt noch mal auf die Werke, die Dich nun kein zweites Mal mehr täuschen können, glaubst Du und lächelst sie an, die Frau, die jetzt wohl Deine Oma oder Uroma sein könnte, das Erinnerungsphoto mit Busen, daß vielleicht vom Enkel, dem kleinen Lausebuben verunstaltet wurde, oder hat er nur versucht Obszönitäten zu verdecken, gleich dem Zensor, dem Sittenwächter? ...Es stecken viele Geschichten in diesem Werk, einzig Deine ist die, die zählt. Ciao, Hootchi Cootchi Mama.

Diese Ausstellung ist ein durchaus gelungener Versuch der Anknüpfung an die 20er Jahre in Berlin. Zu einer Zeit, in der Kunst und Kultur noch pulsierten in der Stadt, in der Dadaisten provozierten und Kunst in Bewegung brachten bis durch den Nazifaschismus Künstler und Künstlerinnen vertrieben, ermordet und deren Werke vernichtet wurden. Ein willkommener Versuch der Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern ist es, an die Tradition der 20er Jahre wiederanzuknüpfen und Verlorengegangenes weiter zu entwickeln.

Und was gibt es zu meckern?

Nur das Übliche. Dass wieder einmal Kunst „unter sich“ bleibt. Keinerlei Erläuterungen zu den Objekten. Kein Titel, kein Jahrgang, keine Kurzbeschreibung., keinerlei Vermittlungsversuche, keine kurze Einleitung über „Assemblage Art“, keine Erklärungen über die einzige Gemeinsamkeit aller Kunstwerke nämlich dreidimensional in Mischtechnik erstellt worden zu sein. Nur anhand einer Kopie von Namen mit Nummern versehen, konnte man die Sachen einzelnen Namen Nationalitäten und Titeln zuordnen. Übrigens kann man viele Objekte käuflich erwerben. Hoochie Cootchie Mama kostet 325 Euro.

Und auch die ja durchaus gewollte Integration in den Kiez, an der so mühevoll gearbeitet wird, büßt durch diese schnodrige Fahrlässigkeit an Punkten ein. Dabei ist genau dieser Standort in der Krossener Straße geradezu auserwählt für eine Integration in den Stadtteil.


w.p. - red / 5. September 2004
ID 1227
Begriffserklärung:

Assemblage Art:
Collagen, die aus gebrauchten, gefundenen Gegenständen gefertigt werden und in Kisten ausgestellt werden, entstanden zu Beginn des 20.Jahrhunderts.

Weitere Infos siehe auch: http://www.assemblageart.de/






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