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Veranstaltungskalender | Kunst
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Kunst || Februar_2010 Maerz_2010 April_2010 Mai_2010
23552 Lübeck

Die Ausstellung des Jahres: NATALJA GONTSCHAROWA

Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne
7. Februar bis 30. Mai 2010)
Kunsthalle St. Annen, Lübeck



Natalja Gontscharowa: Sie war Mitbegründerin der berühmten russischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gilt gemeinhin als erste Futuristin, war die erste Frau, die einen weiblichen Akt malte und die erste Künstlerin, deren Werke bereits zu Lebzeiten von so bedeutenden Sammlungen wie der Tate Gallery in London und dem Guggenheim-Museum in New York angekauft wurden. Ihre Werke erzielen bei Auktionen Preise im zweistelligen Millionenbereich. Damit gehört die russische Malerin (1881 – 1962) zu den höchst gehandelten Künstlern weltweit. Ihr umfangreicher Nachlass schlummerte bis jetzt in Depots der berühmten Tretjakow-Galerie in Moskau. Vom 7. Februar bis zum 30. Mai 2010 sind Teile daraus in der Kunsthalle St. Annen Lübeck zu sehen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde die Ausstellung NATALJA GONTSCHAROWA. Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne heute der Öffentlichkeit präsentiert.
"Ich hoffe, dass diese großartige Ausstellung der Beginn einer Schwerpunktsetzung in der Ausstellungstätigkeit der Kunsthalle St. Annen ist. Die moderne Kunst des Ostseeraums mit Russland zu beginnen, dem Land, in dem die Moderne so revolutionäre Akzente - wie hier zu sehen - gesetzt hat, ist stimmig und lässt für die Zukunft weitere Höhepunkte erwarten“, erklärte Kultursenatorin Annette Borns gegenüber den Journalisten.
„Ich bin froh und glücklich, dass es uns gelungen ist, bei dieser Ausstellungstournee, die das Werk dieser bedeutenden Künstlerin erstmals in Deutschland zeigt, dabei zu sein“, betonte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Geschäftsführender Direktor der Lübecker Museen, und fügte hinzu: „Ich bin sicher, dass wir den Aufwärtstrend in der Kunsthalle St. Annen mit dieser Ausstellung fortsetzen können.“

Natalja Gontscharowa wurde am 16. Juni 1881 in Laditschino bei Tula in Rußland geboren. Sie studierte ab 1898 an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, wo sie ihrem Lebensgefährten und späteren Mann Michail Larionow begegnete. Im Jahre 1906 zeigte sie ihre Arbeiten anlässlich des Pariser Herbstsalons erstmals im westlichen Ausland. Zusammen mit Michail Larionow nahm sie in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg an einer Reihe weiterer Ausstellungen im Ausland teil, u. a. am Blauen Reiter 1912 in München und am Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 in Berlin. In Moskau war sie in dieser Zeit Teilnehmerin mehrerer avantgardistischer Ausstellungen.
1917 übersiedelte Natalja Gontscharowa mit Larionow nach Paris, wo die beiden zusammen arbeiteten und 1958 heirateten. Sie unterhielten enge Kontakte zur damaligen Pariser Kunstszene, wie Pablo Picasso, Fernand Léger u. a.. Für die „Ballets Russes“ des Russen Sergej Diaghilew entwarf Gontscharowa Kostüme und Bühnenbilder.
„Die Ausstellung dieser einmaligen, genialen und überaus vielseitig begabten Malerin ist für ganz Norddeutschland ein unvergleichliches Kulturereignis, zumal es bisher in der gesamten Bundesrepublik noch nie eine Einzelausstellung der Gontscharowa gegeben hat“, erklärte Dr. Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, der die Ausstellung nach Lübeck holte.

Natalja Gontscharowa starb im Jahr 1962 in Paris. Sie hinterließ ein umfangreiches, vielschichtiges, zugleich aber auch stilpluralistisches Werk, das nun, nach der Erstpräsentation in den Opelvillen in Rüsselsheim, in der Lübecker Kunsthalle St. Annen und anschließend im Angermuseum in Erfurt in einer monographischen Werkschau der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 7. Februar 2010, um 11.30 Uhr.
Die Ausstellungseröffnung ist ausverkauft.
Ein Katalog zur Ausstellung erscheint im Hatje-Cantz-Verlag sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache und kostet 39,80 Euro. Er ist im Shop des St. Annen-Museums erhältlich.

Die Ausstellung wird von einem interessanten Rahmenprogramm begleitet.

Öffentliche Führungen gibt es jeweils zu den folgenden Terminen:
So 11:30 Uhr | 14.02., 28.02., 18.04.,09.05., 30.05.
Do 18:00 Uhr | 25.02., 18.03., 08.04., 29.04., 20.05.

Am Samstag, 27. Februar, ab 11 Uhr findet in den Media Docks ein Videoworkshop zum Thema „Avantgarde“ statt. Er wird geleitet von Nils-Holger Schomann und Antonia Napp.
Treffpunkt ist die Kunsthalle St. Annen.
Information und Anmeldung unter 0451-1224137
Teilnahme: € 15,-/7,-

Am Donnerstag, 4. März um 19 Uhr wird Hans-Peter Riese, Kulturjournalist und ehemaliger Moskau-Korrespondent der ARD , in der Kunsthalle einen Vortrag halten: Von der Avantgarde in den Untergrund: Texte zur Russischen Kunst 1968 – 2006.
Beginn: 19 Uhr.
Eintritt: € 7,-/3,50

Am Samstag, 13. März um 19 Uhr erwartet Besucher im Kunstcafé „… eine Offenbarung!“ mit russischen Texten und Speisen. Lesung mit Texten von Dostojewski, Tolstoi und Tschechow. Moderation: Dr. Alexej Baskakov
Anmeldung unter: 0451-8898404, Mindestteilnehmerzahl: 10 Pers.

Am Freitag, 23. April, um 21 Uhr werden in der Kunsthalle St. Annen die Preisträger der besten Kurzfilme des Videoworkshops vorgestellt.
Moderation: Tilo Strauss
Eintritt: € 7,-/3,50

Am Donnerstag, 6. Mai, um 20 Uhr gibt es ein Konzert mit Werken von S. Rachmaninow, A. Grechaninow, M. Glinka und I. Stravinsky. Titel: KLINGENDES RUSSLAND.
Mit Maxim Wolgin (Klarinette) und Vadim Goldfeld (Klavier).
Im Anschluss Erläuterungen zu ausgewählten Werken in der Ausstellung
Eintritt: € 7,-/3,50


Programm für Kinder

MUSEUMSKINDER-REIHE | jeweils 11:00 Uhr | € 7,–
Natalja und der Feuervogel – eine russische Geschichte
So | 14.02.2010 Wir malen russisch!
So | 28.03.2010 Die Seele im Ei
So | 18.04.2010 Figuren brauchen Kostüme

Am Sonntag, 25. April findet von 10 bis 18 Uhr ein Kindertag statt:
Natalja und der Feuervogel – eine russische Geschichte


Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
die LÜBECKER MUSEEN
Schildstraße 12
23552 Lübeck

Natalja Gontscharowa: Selbstbildnis mit gelben Lilien, 1907/08



http://www.die-luebecker-museen.de

Lübeck, 8. Februar 2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6809
Input-Date: Monday February 08th, 2010 07:02 PM



Kunst || Februar_2010 Maerz_2010
21031 Hamburg_Bergedorf

Relief als Thema bei einem Bildhauerworkshop im Bergedorf


Das Galerieatelier de Weryha lädt zu einem zweitägigen Workshop mit dem Thema Relief (in der Kunst eine plastische Darstellung aus einem Hintergrund heraus). Bei dem Workshop in den Räumen des VHS-Zentrums Bergedorf, Leuschnerstr. 21, wird der Bildhauer Jan de Weryha versuchen bei den Teilnehmern die Aufmerksamkeit auf Probleme zu lenken, wie die ständigen Veränderungen der Strukturen bei folgenden Arbeitsprozessen. Die Strukturen entstehen mal in der Fläche - oder aber nur auf der Oberfläche. Die Wahrnehmung und der tatsächliche Versuch all dieser möglichen Optionen wird mit der Gruppe durchgeführt und gemeinsam besprochen. Als Werkstoff wird Ton genommen, das älteste, den Bildhauern bekannte Material. Es lässt sich leicht gestalten, z.B. kneten, drücken, schneiden, aufreißen, schieben, werfen, einstampfen usw. Die entstandenen Tonreliefs werden zuerst fotografisch dokumentiert. Dann werden für alle Arbeiten s.g. Negativformen hergestellt. Nach dem Entfernen des Tons aus den Gipsnegativformen ergibt sich für die Teilnehmer eine sehr interessante Möglichkeit - sich eigene Reliefs quasi von „innen“ anzuschauen und neu wahrzunehmen. Es entsteht eine völlig unerwartete Raumsituation, mit der wir konfrontiert werden, die wir aber versuchen zu definieren und die auch später fotografisch dokumentiert wird. Nach einer gemeinsamen Besprechung werden einige Arbeiten im Negativ als „beendete Arbeit“ belassen, für andere fertigen wir Positive an, d.h. wir gießen sie in Gips oder in Beton. Das ganze Experiment soll nach Möglichkeit von gegenständlichen Inhalten fern bleiben, damit die Erforschung durch die Teilnehmer nicht abgelenkt wird. Die gewonnenen Eindrücke werden uns später bei einer Auseinandersetzung mit dem Material ermöglichen, uns in dessen Strukturen und Charakter frei zu bewegen, sie vollkommen wahrzunehmen. Die Arbeitsprozesse von allen Werken werden fotografisch festgehalten, so, dass jeder Teilnehmer später eine vollständige Workshopdokumentation als CD erhält. Der Workshop eignet sich sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Dauer des Workshops: 27. bis 28. März. 2010, jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr. Der Preis pro Person beträgt 80,- €. Anmeldungen bitte unter: jan@de-weryha-art.de. Mehr Informationen unter: www.workshop-kunst-hamburg.de


http://www.workshop-kunst-hamburg.de
jan@de-weryha-art.de

http://www.kultura-extra.de/kunst/feull/jan_de_weryha_wysoczanski_offenbarungen_in_holz_oronsko2006.php

Hamburg-Bergedorf, 6. Februar 2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6807
Input-Date: Monday February 08th, 2010 11:28 AM



Kunst Film || Februar_2010 Maerz_2010
10249 Berlin

Nocturnes

Fotografien aus dem Nachtleben von J.Jackie Baier

"I'm doing more for the revolution by just walking down the street.."
Jackie Curtis - transsexual playwright, actor/actress, Warhol superstar

Kunstraum Richard Sorge freut sich die Ausstellung "Nocturnes" mit Fotografien aus dem Nachtleben von J.Jackie Baier präsentieren zu dürfen. Die umfangreiche Schau zeigt wichtige Arbeitsgruppen der Künstlerin, unter anderem auch ihr House of Shame Projekt.

Die Photographin J.Jackie Baier bewegt sich durch Berlin, vorwiegend bei Nacht, drinnen und draußen, in Bordellen, auf dem Transenstrich, auf Partys, in Bars. Das Berlin der J.Jackie Baier ist ein Loch, der "Hallraum" eines Untergrunds, in dem die Party der zwanziger Jahre, der notorische "Tanz auf dem Vulkan", nie aufgehört hat.

Wer ihre Arbeiten betrachtet, wird allerdings kaum vermuten, an J.Jackie Baier sei eine "Party-Photographin" verloren gegangen. Ihr Blick bleibt nicht an der Oberfläche schöner Körper kleben, auch wenn die Menschen auf ihren Bildern Schönheit ausstrahlen - eine Schönheit, die in manchen Bildern das Schmerzhafte streift.
"Ich bin als Transe nach Berlin gekommen, zu einer Zeit, als die ganze Stadt im Umbau war. Ich dachte: wo überall Löcher gegraben werden, kannst Du nicht falsch sein," sagt die Wahl-Berlinerin, die seit 1997 auch offiziell als Frau lebt.
Themen und Modelle findet J.Jackie Baier im Nachtleben, an den Rändern oder ganz abseits der gesellschaftsfähigen Events und Paraden der "Neuen Mitte". Die "misfits", die transsexuellen Huren und die Drag Queens, die in betonierten Kellern auf morschen Brettern ihren Traum vom wahren Leben träumen, durchziehen ihre Bilder wie Treibgut.

Eröffnung: Donnerstag 11. Februar 2010, 19 U.
Finissage: Donnerstag 4. März 2010, 19 U.

Ausstellungsdauer: 12.02-03.03.2010
Öffnungszeiten: Freitag-Samstag 14-18 Uhr, Wochentags: nach Vereinbarung.

Kunstraum Richard Sorge, Landsberger Allee 54, 10249 Berlin-Friedrichshain
http://www.kunstraumrichardsorge.org/nocturnes
richard_sorge@nym.hush.com

Berlin, 6. Februar 2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6806
Input-Date: Monday February 08th, 2010 11:26 AM



Kunst Extra || Februar_2010 Maerz_2010
04277 Leipzig

Comic-Workshop 06./07.03.2010 Leipzig, Villa

Comic-Workshop
Thema: Zeitungsstrip

Lehrkräfte: Schwarwel, Thowi und Anke Manderbach

Termin: Sa 06./So 07. März 2010 (jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr)

Ort: Leipzig, Villa (Lessingstr. 7, Seminarraum 3. Etage)

Teilnehmer: Mitmachen kann jeder ab 14 Jahren, der Interesse an der Kunst des Short Strips und Freude am Zeichnen hat.

Teilnahmegebühr: 15,00 €/12,00 € für Mitglieder der JPS

In Zusammenarbeit mit der Jugendpresse Sachsen.

Weitere Infos und das Programm unter: www.jugendpresse-sachsen.de

Lehrkräfte: Schwarwel www.gluecklicher-montag.de | www.schweinevogel.de |
www.myspace.com/schwarwel
Thowi www.myspace.com/thowi
Anke Manderbach www.myspace.com





http://www.gluecklicher-montag-productions.de

Leipzig, 4. Februar 2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6805
Input-Date: Monday February 08th, 2010 11:23 AM



Kunst || Februar_2010 Maerz_2010
81667 München

Essi Utriainen: Installative Performance / Bodeninstallation

4. – 6. März 2010, MUFFATWERK
4. März: 18:00 – 22:00, 5. März: 17:30 – 22:00, 6. März: 17:00 – 20:00

Die Installation ist fortlaufend begehbar! Der Eintritt ist frei!

Im Laufe der drei Tage wird ein Ornament aus Glassplittern auf den Boden des Studios gestreut. Es entsteht ein langsam wachsender Teppich aus verschiedenen Formen und Figuren, der nach dem Festival wieder zusammengekehrt wird. Die Zuschauer sind eingeladen, den ruhigen, konzentrierten Arbeitsprozess, bei dem Bewegung und Fortschritt nur langsam zu erkennen sind, zu beobachten.

Begleitend wird ein Film Essi Utriainens gezeigt, in dem die Künstlerin die Worte "Meine Zeit und die Ewigkeit der Anderen" mit einem Stoffband in die Luft schreibt. Der Text verschwindet sobald er entsteht. In seiner Langsamkeit zeigt der Film die Flüchtigkeit, die Unvollkommenheit und die Unumkehrbarkeit der Zeit.

Die gebürtige Finnin Essi Utriainen lebt und arbeitet seit 1998 in München. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Fachhochschule Häme (Finnland) und an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Norbert Prangenberg. In München wurden ihre Arbeiten bereits in mehreren Einzelausstellungen gezeigt, so z.B. in der Galerie Goethe 53, der Galerie Dina4 Projekte und in der Lothringer 13, wo sie 2009 als Artist in Residence tätig war.
www.jointadventures.net
info@jointadventures.net

München,03.02.2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6804
Input-Date: Monday February 08th, 2010 11:18 AM



Kunst || Februar_2010
10969 Berlin

Ausstellungstipp: MICHAEL BIBER & MIRKO TSCHAUNER in Berlin

Erste Einzelausstellungen in Berlin
Die Bourouina Gallery freut sich sehr, mit der Ausstellung Tisch & Tafel erstmals die Arbeiten von Michael Biber und Mirko Tschauner in Berlin zeigen zu dürfen. Michael Bibers Werke sind aus minimalistischen Elementen aufgebaut: Rechtecke, Dreiecke, Kreise. Seine Arbeiten spielen mit dem Verhältnis von Positiv und Negativ, Tiefe und Fläche, der Verortung von Objekten im Bildraum. Statt Harmonie bestimmt Asymmetrie, mit dem Ziel einer eigenen Rhythmusfindung. Die Vorgehensweise gleicht dabei einer permanenten Versuchsanordnung. Struktur bildet den Zusammenhalt: Auf nackter Aluminiumplatte treffen sich Schleifspuren, Abdrücke, sowie digitale Muster, die mit Reißen, Schneiden und Kleben in die klassische Collageform gebracht werden. Die fragilen Arrangements besitzen einen Hang zum „Anecken“: Kompositionen, die über den Träger gehen, die scheinbar hervorstehen, aufgesetzt sind, mit dem Rand spielen. Wie sich die Kompositionen im Raum halten ist die konstante Problemstellung. Dies bringt das Verstörende in Biber Arbeiten. Sich ehemals ausschließende Bereiche vereinen und überlagern sich plötzlich: Gegenständlichkeit und Abstraktion, Fiktion und Dokumentation. Mirko Tschauners Skulpturen sind statische Materialzusammenstellungen. Ihre reduzierte Farbigkeit resultiert aus den verwendeten Materialien: Waschbeton, Naturstein, oder Stahl. Diese werden zu einfachen geometrischen Formen geschnitten oder gegossen. Die Zusammenführung entsteht durch einfache Kompositionsmethoden wie Spiegelung, Drehung, Kippen und Schichtung. Die Skulpturen scheinen von der eigentlichen Schwere der Materialien befreit: Tschauners tonnenschweren Gebilde annektieren den Raum mit einer rätselhaften und auch beunruhigenden Leichtigkeit. Diese Spannungsmomente – steht etwas auf der Kippe, drückt es, fällt es - bringen eine angehaltene Dynamik in die Werke. Die Materialien der Skulpturen sind allgegenwärtig, ohne jedoch richtig wahrgenommen zu werden: Sie begegnen in Fassaden, Laternenmasten oder Treppenhäusern. Aus dem architektonisch funktionalen Kontext gelöst, blitzt das flüchtig Wahrgenommene in Tschauners Arbeiten als Fragment neu auf und macht seine Werke zu Erinnerungsstücken an das urbane Alltägliche. Die formell ähnlichen Ansätze der beiden Künstler offenbaren sich in ihrem Zusammenspiel: Beide suchen nach dem Konkreten im Abstrakten. Sie bilden nicht ab, sie illustrieren nicht. Und doch gibt es einen Realismus: Den des Materials. Ihre Werkstoffe sind Industriematerialien. Farbe, Form und Materialität entstammen der Fabrikation, was den automatisierten Moment, den Funken Zufall, in ihren Arbeiten zum Ausdruck bringt. Charakteristisch für die Oberflächen ihrer Werke ist das „Verrücktsein“: Die realen Oberflächen werden verschoben – verrückt - und mit ihnen auch ihr bekanntes Dasein.

Installationsansicht Mirko Tschauner


http://www.bourouina.com
office@bourouina.com

Berlin, den 03.Februar 2010
ID-Referenz:
http://www.kultura-extra.de/kalender.php?pid=6803
Input-Date: Monday February 08th, 2010 11:15 AM





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