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Gitarrenunterricht bei Frank Ieor


Es war ein Sommertag, wie er im Buche stand, verdammt heiß und man hatte zu nix Lust. Aber das interessiert ja wie immer keinen.
Vor mir stand meine neue Gitarre, welche ich zu meinem ersten Gitarren-Unterricht schleppte. Meine Freundin Sabine begleitete mich ein Stück, da sie in die gleiche Richtung musste. "Mann, ist die schwer" stöhnte ich und Sabine, die außer ihrer Handtasche nichts tragen musste, meinte daraufhin zu mir: "Sei doch kein Weichei, Vicky, vielleicht hast du ja 'nen süßen Lehrer. Gitarre spielen doch oft voll die süßesten Typen!" Das baute mich ein wenig auf bei dieser Hitze, jedoch die Gitarre wurde nicht leichter und die Hitze wurde auch nicht erträglicher. Da verabschiedete sich Sabine auch schon und wünschte mir viel Spaß.
Oh je, der erste Gitarren-Unterricht in meinem 13-jährigen Dasein, irgendwie war ich total aufgeregt. Aber falls es so sein sollte wie Sabine es voraussagte, würde es mir diese 2 Stunden erträglicher machen. Wer verbringt nicht schon gern Zeit mit einem süßen Typen, und dann noch nebenbei Gitarre spielen lernen, wäre doch echt praktisch.
Angekommen! Ich packte meine Gitarre aus, setzte mich auf einen Stuhl und wartete ungeduldig. Natürlich nicht auf das, was ich jetzt eventuell Neues lernen würde, sondern auf den Lehrer. In meinen Gedanken stellte ich mir den Lehrer vor. Bei der tropischen Hitze ging meine Phantasie mit mir durch und ich schwebte im 7. Himmel, bis plötzlich eine Hand vor meinem Gesicht rumfuchtelte und jemand sagte: "Hallo? Wollen wir beginnen oder möchtest du noch ein wenig träumen?" Ich erwachte aus meinem tollen Traum und schaute der Realität ins Gesicht. Mein Gitarren-Lehrer steht vor mir, an der fuchtelnden Hand erkannte ich ein Tattoo an jedem Finger. Langsam schweiften meine Blicke über seine Oberarme, weiter über den doch sehr ansehnlichen Oberkörper, bis hin zu seinem Gesicht. Oh mein Gott, dass konnte doch nicht wahr sein! Ich schloss schnell wieder meine Augen und ließ den Augenblick noch mal geschehen, aber der Typ stand immer noch vor mir.
"Hi, I'm Frank Iero, and I want to teach you in Playing guitar."
Oh je, er war es wirklich. Nix mit Traum oder Hitze! Vor mir stand live und in Farbe der Gitarrist meiner Lieblingsband My Chemical Romance. Ich rang nach Luft und stotterte: "My name is Victoria. But you can say Vicky to me. And let`s begin!" Mit seinem Lächeln und Augenaufschlag holte er mich schnell in die Realität zurück, ich wusste, es war kein Traum und wir kamen leider zu dem Teil, weswegen ich eigentlich hier war. Aber ich muss sagen, es fiel mir leichter als ich dachte. Rucki Zucki zeigte er mir ein paar Gitarrengriffe, wir übten die Tonleiter und zum Schluss spielten wir schon kurze Beats auf der Gitarre. Na ja, er mehr als ich. Dabei vergaß ich völlig die Zeit, wir haben viel gelacht und hatten eine Menge Spass.
2 Stunden später waren wir am Ende des Unterrichts angelangt und noch nicht mal ein Stossgebet half mir, dass die Zeit nie vergehen würde!

Wir liefen noch zusammen zum Ausgang. Nun ist alles schon vorbei, dachte ich. Auf der anderen Straßenseite warteten bereits die restlichen Bandmitglieder Gerard und Co.
Wir liefen zu ihnen hinüber und er begrüßte sie mit den Worten: "Hi Guys! This is Vicky. I teach her in playing guitar! Vicky, this is Gerard, this is Mickey his brother and those two are Ray and Bob." Ich war platt und obwohl ich natürlich alle kannte, sind ja schließlich meine Lieblingsband, nickte ich nur und erwiderte":Hi!" Alle musterten mich von unten bis oben, und umgekehrt. Gerard fragte mich, ob ich denn nicht noch Lust hätte, mit ihnen eine Pizza essen zu gehen, da 2 Stunden Gitarrenunterricht doch gewiss hungrig machen würden. Mir ging es natürlich nicht um die Pizza, würde wohl sowieso nichts runter bekommen, aber ich bejahte und eine halbe Stunde später saßen wir auch schon in einer Pizzeria meiner Wahl.
Sie erzählten mir, weshalb sie gerade in Deutschland waren und was sie in nächster Zeit vorhatten. So erfuhr ich, dass mein eigentlicher Gitarren-Lehrer ein guter Freund der Band ist und im letzten Augenblick meine Stunde eigentlich absagen wollte, da er krank wurde. Was ich natürlich nicht wirklich bedauerte, ihm aber dennoch gute Besserung wünschte und ihm unendlich dankbar für den aufregenden und abwechslungsreichen Gitarrenunterricht war.

Als jeder eine Riesen-Pizza vor sich liegen hatte und alle so viel in sich reinstopften, bis sie nicht mehr konnten, veranstalteten wir mit den Resten eine Pizzaschlacht. Es war sau-lustig und ich verstand mich super mit den Jungs.
Am Ende der Schlacht und eine Pizza später verließen wir die Pizzeria, in welcher ich mich sicherlich nicht mehr sehen lassen durfte, nach dem Chaos. Wir verabschiedeten uns voneinander.
Als ich mich gerade zum Gehen umdrehen wollte, total beschwingt und beflügelt, hielt mich Mickey an der Schulter fest und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, am Wochenende mit ihnen in den Europapark zu gehen. Dort hatten sie ihren nächsten Auftritt und anschließend noch eine Menge Zeit, welche sie gern mit mir verbringen würden, da ihnen der heutige Tag richtig viel Spass gemacht hatte und sie nicht damit gerechnet hätten, auf solch coole Mädchen in Deutschland zu treffen. Noch ehe er seinen Satz beenden konnte, stimmte ich zu, natürlich nur um die Ehre der deutschen Mädchen hochzuhalten. Verspreche auch, mich von meiner charmantesten Seite zu zeigen!!!

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Victoria Richter, 13 Jahre, 20. April 2007
ID 00000003149


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