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Das schwarze Auto


Emma lag in ihrem Bett und schlief. Die Straßenlaternen ließen ihr blasses Licht leuchten. Ein lautes Knattern schreckte Emma auf, das musste ein Auto sein, das viel zu schnell fuhr. Langsam lief sie zu ihrem großen Dachfenster. Wie schön der Mond heute leuchtete! So blass und gleichzeitig schön. Emma schaute auf die Straße. Ein schwarzes Auto hielt. Ein großer, dünner Mann stieg aus, er rauchte. Eine Hand aus dem Auto reichte ihm einen Koffer. Er nahm ihn an sich und verdeckte ihn mit seinem schwarzen Mantel, der im Wind umherflatterte. Mit schnellen Schritten schlich er über die Straße. Vor einem Haus blieb er stehen und öffnete den Koffer. Emma hielt vor Schreck die Luft an, denn er zog ein kleines Ding hervor. Eine Pistole!
Er fing an, an der Tür rumzuwerkeln und stieß sie danach mit einem beherzten Tritt auf. Jemand schrie, aber er ging hinein. Es wurde still. Langsam fing Emma an zu glauben, dass alles nur ein Traum gewesen war. Die Stille jetzt passte einfach nicht zur Aufregung vorhin, deshalb ging sie ins Bett. "Piep, piep!" Emmas erster Gedanke war: "Mach die Scheiße von Wecker aus und schlaf weiter!" Und genau das tat sie auch. Zehn Minuten später stand sie doch auf und tappte die Treppe hinunter. Emma schaute aus dem Fenster, doch was war das? Die Tür vom Nachbarhaus war sperrangelweit offen, aber niemand ging hinaus. Die Straße war auch leer. Plötzlich fiel ihr alles wieder wie ein Geistesblitz ein: Der Mann, der Koffer und der Schrei!
Schnell zog sie sich um und rannte auf die Straße. Im Nachbarhaus brannte immer noch das Licht. Ein Poster lag auf dem Boden. Vorsichtig hob Emma das Poster hoch, es war von dem alten Film: "Kurz und knackig - der zaubernde
Müsliriegel". Eine Ecke war abgerissen. Mitten über dem Hauptdarsteller stand mit Edding geschrieben: S-UJ-08 Hilfe!

Emma war gleich klar, wer das geschrieben hatte. S-UJ-08, was sollte das bedeuten? Sie machte einen kleinen Spaziergang und kam schließlich zu einem Hochhaus in der Schmiedstraße. Ein einziges Auto hatte hier geparkt. Ein
schwarzes altes Auto. Emma betrachtete das Auto genau, bis ihr Blick plötzlich auf das Nummernschild wanderte . S-UJ-08, das war es, das alte Auto, das Emma aus dem Schlaf gerüttelt hatte, das Auto, aus dem dieser Mann ausgestiegen war und das Auto, das höchstwahrscheinlich die Frau entführt hatte. Neben dem Auto lag ein Zettel. Mit Edding stand darauf: S-UJ-08 Hilfe! Im Hintergrund des Zettels erkannte man noch ein Viertel eines Müsliriegels. Schnell zog Emma ihr Handy aus der Tasche und rief die Polizei. Nach sieben Minuten war sie dann da. "Derjenige, dem dieses Auto gehört, hat meine Nachbarin entführt!", erzählte Emma aufgeregt. Als die Polizei den Besitzer des Autos gefunden hatte, sagte der, er hätte nur seine Mutter abgeholt und diese noch nicht mal hier her gefahren. Emma überlegte kurz. Aber schließlich widersprach sie dem Mann. "Ich hab da einen Beweis!"



Was war der Beweis?

Im Hintergrund des Zettels war der Müsliriegel zu erkennen, daher passte er genau an das Stück Poster, das abgerissen wurde. Auserdem stand auf dem Poster und dem Zettel die selben Worte und waren mit der selben Schrift
geschrieben und beides mit Edding.

Man fand die Frau im Hochhaus, eingesperrt im Keller.
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Anja, 12 Jahre, 26. März 2007
ID 00000003091


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