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Ein Mädchen überlebte


An einem wunderschönen See, als die Sonne aufging und ihre Strahlen wie goldene Straßen über dem See schimmerten,saß ein Mädchen im Gras und schaute sich den wunderschönen Sonnenaufgang an.Sie war noch müde,aber je weiter die Sonne hinauf in den himmel stieg, desto mehr konnte sie sich an die schreckliche letzte Nacht erinnern, in der weiße Männer in ihr Heimatdorf kamen und es anzündeten. Sie hatte als einzige überlebt, da sie sich unbemerkt wegschleichen konnte. Die anderen waren in den Flammen umgekommen. Sie hätte gerne geweint, aber sie konnte einfach nicht. Sie konnte nicht weinen, obwohl sie jetzt ganz alleine auf der Welt war. Irgendwie mußte sie sich jetzt alleine durchschlagen. Sie hatte lange überlegt. Nun wußte sie, was sie machen wollte. Sie wollte in das Land der weißen Menschen ziehen. Manche denken an dieser Stelle der Geschichte vielleicht, daß sie sich rächen wollte, aber einmal hatte sie von dem Stammesältesten gelernt, daß man Böses nicht mit Bösem begleichen soll. Sie wußte zwar nicht genau wie man in das Land der Weißen kommt. Sie wußte aber, daß sie nur den Spuren der Weißen folgen mußte. Im Großen und Ganzen wußte sie sehr viel, aber es war trotzdem schwer ganz alleine zu überleben. Sie ging zurück zum Dorf, um den Spuren der Weißen zu folgen. Es war natürlich nicht leicht für sie dorthin zurückzukehren, aber es blieb ihr nichts anderes übrig. Da sah sie etwas in dem Schutt und der Asche aufblinken. Rasch lief sie hinüber und erkannte das Amulett ihrer Mutter. Sie hängte es sich um und schaute in den Himmel. Dort sah sie weiße Wolken und sie dachte an ihre ganze Familie. An ihren kleinen Bruder mit seiner lustigen Zahnlücke, an ihre große Schwester, an ihren Vater und an ihre Mutter. Um nicht weiter so intensiv an ihre Familie denken zu müssen, ging sie los. Sie folgte einem Trampelpfad, den so schien es, die Weißen hinterlassen hatten. Sie folgte diesem Pfad viele Tage. Irgendwann war er zuende und sie mußte feststellen, daß es jetzt sehr schwer war, die Weißen zu finden. Nach mehreren Wochen und Monaten, in denen sie umhergezogen war, legte sie sich eines Nachts in einer sehr fruchtbaren Gegend zum Schlafen nieder. Sie wurde von Stimmen geweckt. Und als sie die Augen aufschlug, sah sie einen weißen Mann, der vor ihr stand und sich zu ihr heruntergebeugt hatte. Sie fand, er sah auf den ersten Blick sympathisch aus, aber trotzdem hatte sie Angst. Der Mann redete in einer anderen Sprache zu einem anderen Mann, der ganz in der Nähe stand. Dann sagte er zu ihr in ihrer Muttersprache: \"Du hast Glück, daß du noch am Leben bist! Diese Gegend ist für ihre Tiger bekannt. Oh, Entschuldigung, ich habe mich ja gar nicht vorgestellt. Ich bin Timothon Taylor, Wissenschaftler. Ich forsche im Moment nach den Tigern, die es hier gibt.\" \"Aha!\" Mehr brachte sie nicht heraus. Sie wußte gar nicht, was sie machen sollte. Bis Timothon fragte: \"Was treibt dich in diese Gegend?\" Plötzlich steckte ihr ein dicker Kloß im Hals. Trotzdem bemühte sie sich zu schildern, was ihr und ihrer Familie zugestoßen war, worauf der Wissenschaftler nur antworten konnte (weil ihm auch die Stimme wegblieb!): \"Wer kann so etwas tun?\" Dann fügte er hinzu: \"Warst du noch nie in einem anderen Land?\" \"Nein\", antwortete sie darauf. \"Soll ich dir etwas von der Welt der Weißen erzählten?\" \"Ja, bitte!\" \"Also, dort gibt es sehr viel, was es hier nicht gibt. Zum Beispiel Häuser. Es gibt verschiedene, ...\" \"Was sind Häuser?\", wollte sie wissen. \"Häuser\", antwortete der Wissenschaftler \"das sind, ...Habt ihr nicht Strohhütten gehabt? Häuser sind so ähnlich wie diese, nur größer und aus Stein oder Beton. Es gibt Häuser zum Wohnen, das sind Wohnungen, Häuser zum Lernen, das sind Schulen. Es gibt welche zum Beten, das sind Kirchen. Die Kirche ist übrigens am höchsten, denn sie hat eine große und lange Kirchturmspitze. Dann gibt es noch die Häuser, wo man Essen kaufen kann. Das sind Supermärkte. Und es gibt noch viel mehr Häuser. \"Toll!\" \"Ja, nicht wahr! Um sich zum Beispiel in Supermärkten etwas kaufen zu dürfen, muß man Geld bezahlen. Das verdient man, wenn man arbeitet. Man kann zum Beispiel als Putzfrau arbeiten, da muß man die Häuser für andere putzen und bekommt Geld dafür. Oder man arbeitet beim Fernsehen. Der Fernseher ist ein Kasten und wenn man ihn einschaltet sieht man Bilder. Zum Beispiel die Wüste, obwohl sie ganz weit weg ist. Das geht so, indem man mit einer Kamera in der Wüste etwas filmt und dann das, was man gefilmt hat im Fernsehen wieder abspielt. Manche weiße Menschen haben Haustiere, zum Beispiel eine Katze. Sie ist im Grunde wie ein Tiger, nur viel kleiner. Und anstatt gern zu jagen, wird sie zwar gefüttert, aber ihren Jagdinstinkt trainiert sie, indem sie zum Beispiel mit einem Wollknäuel spielt. Der Professor erzählte ihr den ganzen Tag noch viel mehr. Und sie war von allem fasziniert, aber trotz allem vermißte sie ihr Heimatdorf, den See und ihre gewohnte Umgebung. Also beschloß sie etwas. Und als Timothon Taylor, der Wissenschaftler sie am nächsten Morgen wecken wollte, lag nur noch das Amulett ihrer Mutter an der Stelle, an der sie geschlafen hatte. Wohin sie verschwunden ist, das weiß eigentlich keiner so genau. Aber vielleicht können es sich manche, die diese Geschichte gelesen haben, denken !!! Warning: mysql_query(): Can't connect to local MySQL server through socket '/tmp/mysql.sock' (2) in /mnt/web9/10/22/5329622/htdocs/junior/texte/linaerhard_maedchen.php on line 70 Warning: mysql_query(): A link to the server could not be established in /mnt/web9/10/22/5329622/htdocs/junior/texte/linaerhard_maedchen.php on line 70 Warning: mysql_result() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /mnt/web9/10/22/5329622/htdocs/junior/texte/linaerhard_maedchen.php on line 71

Lina Erhard, 11 Jahre
ID 00000001138




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