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Das Eigentor in der Liebe


Friedrich stand nur da.... Der Flur war leer, und er fühlte sich auch leer.
Sollte er etwa wegen einer Frau Selbstmord begehen?

Nein! Sein Leben war ihm zu kostbar. Obwohl! Er hatte kein schönes Leben.
Scheidungskind, am Existenzminimum lebend.......

Das Einzige, das er hatte, waren seine Bücher. In denen konnte er verreisen.
In die Welt der Schönen, der Reichen, der

Glücklichen, der Weisen.... Für einige Stunden war er nicht mehr Friedrich,
sondern ein besserer Mensch.

Das war wie eine Gefühlskurve. Es ging hoch und plötzlich erreichte er
wieder seinen Tiefpunkt. Er las viel....

Dadurch erhoffte er sich, der Realität entfliehen zu können. In Ciara sah er
eigentlich seine einzige Vertraute. Zuerst war sie nur

eine nette Persönlichkeit, doch dann überschlugen sich die Ereignisse.......

Auf einmal war Ciara viel mehr für ihn. Obwohl er wusste, dass eine
Beziehung mit ihr fast unmöglich war, wollte er nie an etwas

Schlimmes denken. Sie war wie ein Licht in der Dunkelheit, wie ein Pflaster
auf seiner Wunde, wie ein Weg aus der Ratlosigkeit,

sie war der Kompass in seinem persönlichen Wald.......

Er wusste alles über sie.... Wo sie wohnte, was sie mochte, was sie
hasste...... Manchmal inszenierte er kleine Aufzüge, in denen

er als ihr Retter auftrat, in denen er ihr einen guten Rat gab, in denen sie
ihn bewunderte, oder seine Hilfe benötigte.

Doch diese Szenen würde es leider nie geben, da sie nur seine beste Freundin
war.

Nachts saß er stundenlang auf seinem Bett und wartete, dass sie kommt, dass
sie klingelt, dass sie anruft. Doch sie kam nicht, sie

klingelte nicht und sie rief auch nicht an. Manchmal nahm er das Telefon,
wählte eifrig ihre Nummer und wartete auf ihre Stimme.

Sein Herz klopfte, das Telefonkabel klebte an seinem Handgelenk..... Als
dann ihre göttliche Stimme erklang, legte er erleichtert

und glücklich auf. Er war sich sicher gewesen: Es würde ein Happy End geben.
Doch dann erschien plötzlich Karl und Friedrich

wurde nur noch Geschichte........

''Ciara und Karl''..... Das passte doch gar nicht! ''Ciara und
Friedrich''....... Das klang doch viel harmonischer!

Eines traute er sich jedoch nicht: Ihr sagen, dass er sie liebte..... Immer
wenn er an etwas dachte, hatte es mit Ciara zu tun.

Er nahm immer den längeren Heimweg, um an ihrem Haus vorbei zu kommen. Das
war alles.......

Weiter dachte er nicht! Er könnte sich Ciara nie mit Karl vorstellen.......

Er hatte mittlerweile alles versucht: Er las Horoskope, oder rechnete durch
ihre Namen die Wahrscheinlichkeit aus, dass sie

zusammenkommen. Er änderte seinen Humor, seinen Musikgeschmack nur um ihr zu
gefallen.

Aber nein! Jetzt war es plötzlich Karl! Mittlerweile hatten alle verstanden,
dass er sie liebte, nur sie merkte nichts!

Vielleicht wollte sie es auch nicht merken! Er überlegte sie mit einer
besonderen Idee zu überraschen!

Aber ihm fehlte dafür die lyrische Ader. Er war eben nicht der geborene
Schriftsteller und er war auch nicht so wie Karl!

Aber das Schlimmste: Er traute sich ihr alles zu erzählen....Das war sein
größter und tragischer Fehler!

Manchmal versuchte er sein Herz gegen ein neues auszutauschen. Das gelang
ihm auch.....zumindest für eine Stunde!

Dann ertappte er sich, wie er wieder in den Trümern nach einem Schatz
suchte. Der Sommer war jetzt vorbei, zumindest in seinem

Leben. Er war wie der Sommer, er hatte seine Chance gehabt bei Ciara zu
punkten, doch durch sein Schweigen hatte er definitiv

ein Eigentor geschossen. Jetzt war Karl -der Herbst- da und der Sommer war
plötzlich abgeschrieben. Was übrig geblieben war:

Ein Zeichen im Sand......''C&F'' und das war tief in seinem Herzen
verborgen!

Plötzlich war das Laub der Blätter wichtiger als das Meersalz. Friedrich
hatte seine Chance gehabt....... Und er hatte sie verspielt!

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Antigone, 15 Jahre , 25. Dezember 2007
ID 3631


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