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Ein Mann, ein Wurm. Algot Storm feierte am 20. Februar im Theater Naumburg Premiere

Von Katrin Czerwinka
Gemüsehändler Ernesto ist stinksauer, dass die Würmer sich gerade ein seinen Äpfeln so wohl fühlen. Foto: Biel

Auch wenn „Bier“ auf den Kisten steht, so lagern doch Obst und Gemüse in den zahlreichen Holzstiegen. Übereinander gestapelt, umgebaut, abgefegt und zugedeckt lassen sie auf der Bühne immer neue Schauplätze entstehen. Ob Gemüsemarkt, Park, Bäckerei, Schneiderei, Wohnzimmer oder hektische Straßenkulisse, die ständige Verwandlung der Bühne beflügelte die Phantasie des jungen Publikums, das in Scharen zur Premiere von „Algot Storm (Herr Sturm und sein Wurm)“ ins Theater Naumburg kam.

Irgendwie ist der Wurm drin, flucht Ernesto, der italienische Gemüsehändler. Was ihn dabei besonders wurmt: Gerade auf seine schönen, runden, saftigen Äpfel haben es die glitschigen Dinger abgesehen. Ernesto beginnt die Geschichte von Algot Storm zu erzählen, der italienischen Antwort auf Pan Tau. Stets elegant gekleidet, nie ohne Hut und immer mit polierten Schuhen wäre Algot Storm im Park fast auf einen Wurm getreten - einen sprechenden Wurm. Er nimmt ihn mit nach Hause, nennt ihn Karlknut und eine wunderbare Freundschaft beginnt. Dass Karlknut das geordnete Leben des Mannes mächtig durcheinander wirbelt, geschieht sehr zur Freude der Zuschauer.

Ensemblemitglied Holger Vandrich versteht es, in dem Ein-Mann-Stück mit spielerischer Leichtigkeit die Vielzahl der oft sehr verschrobenen Charaktere darzustellen: Vom kleinen, etwas nervigen Wurm über den gutmütigen, aber auch kauzigen Algot Storm bis zum verschlafenen Schneider und überdrehten Kaffeeverkäufer.

Sicherlich auch eine Meisterleistung von Stefan Becker, einem Multitalent des Kindertheaters, der für die Regie und Ausstattung verantwortlich zeichnet. Dass der Leiter des Spielraum-Theaters Kassel und Gründer zahlreicher Festivals und Kindertheaterreihen einst in Paris Pantomime studierte, ist in der Naumburger Inszenierung nicht zu übersehen. Starke Gestik und Mimik sowie fließende Übergänge zwischen Schauspiel, Figurentheater und pantomimischem Spiel überzeugen das Publikum, ob jung oder alt.



ID 4568
Regie/Ausstattung: Stefan Becker
Mit: Holger Vandrich
Premiere am 20.02.2010 im Saal, weitere Termine am: 2., 4., 30. sowie 31. März 2010

Siehe auch:
http://www.theater-naumburg.de




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