Sonderausstellung im „Spielzeugmuseum“ in Salzburg, 29.11. 2008–15.11.2009
STRUWWELPETER
Zum 200. Geburtstag von Heinrich Hoffmann
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Wussten Sie eigentlich, dass Heinrich Hoffmann Arzt war? Er war praktischer Arzt und ab 1851 Direktor der Frankfurter „Anstalt für Irre und Epileptiker“. Sein ärztliches Lebenswerk war der Bau einer psychiatrischen Modellklinik in Frankfurt. Allerdings war er auch Schriftsteller und Autor des berühmten und umstrittenen Kinderbuch „Struwwelpeter“, dessen Erstausgabe 1858 auf den Markt kam.
Am 13. Juni 2009 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag Heinrich Hoffmanns, der auch bekannt war für seine romantischen Gedichte, zeitkritischen Komödien und schwarze Satiren. Mit dem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ – welches er eigentlich für seinen Sohn geschrieben hatte – war er international bekannt geworden. Hoffmann selbst war erstaunt über den Erfolg des Buches und so meinte er: „Ja, ich kann mit Befriedigung sagen, der Schlingel hat sich die Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Erde herumgekommen als ich“. Der „Struwwelpeter“ wurde in 35 Sprachen übersetzt wurde.
Diese böse Buben sind mit Geschichten wie „Der Daumenlutscher“, „Hans Guck in die Luft“, „Der Suppenkaspar“ oder „Der Zappelphilipp“ weithin ein Begriff geworden. Für viele gilt der „Struwwelpeter“ zugleich als ein Buch brutaler Erziehungsmaßnahmen, wenn z.B. ein Schneider dem ungehorsamen Konrad in „Der Daumenlutscher“ kurzerhand beide Daumen mit einer Riesenschere abschneidet.
Oder wenn in der Geschichte vom „Zappelphilipp“ der Junge Philipp, der am Tisch nicht still sitzen kann, mit dem Stuhl so lange schaukelt, bis er am Ende mitsamt der Tischdecke und der draufstehenden Mahlzeit auf dem Boden landet. Der im deutschsprachigen Raum verwendete Begriff des Zappelphilipp-Syndrom für ein Kind mit Hyperaktivität erinnert an diese Geschichte.
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| Solche Unglücks- und Warngeschichten waren früher gängige Erziehungshilfen im Rahmen eines autoritären Erziehungsstils – im Gegensatz zur heutigen tendenziell antiautoritären Erziehung. Dass jedoch beide Maxime problematisch sind, ist hinlänglich bekannt. Und so können die Geschichten im Struwwelpeter heute vielleicht auch mit einer neuen spielerischen Distanz betrachtet werden, ohne sie nur als rein grausam abzustempeln.
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Die Geschichten aus dem Buch werden in Vitrinen anschaulich dargestellt. Weiters wird ein Film gezeigt, verschiedene Buchausgaben von „Struwwelpeter“ findet der Besucher ebenfalls vor.
Ein überdimensionales Spielfeld wurde im Raum installiert, wo sich die Kinder von Geschichte zu Geschichte durch die Ausstellung würfeln können. Wer Pech hat, fällt ins Tintenfass und muss aussetzen. Wer Glück hat, den trägt der Wind vier Felder weiter u.s.w.
Die Ausstellung ist für Groß und Klein sehr interessant und auch sehr gut dargestellt. Nach „Struwwelpeter“ sollte sich der Besucher im Spielzeugmuseum auch die größte Sammlung in Österreich zur Geschichte europäischen Spielzeugs ansehen. Gezeigt werden: Puppenhäuser und Puppen, Papiertheater, Blech- und Holzspielzeug aus allen bekannten Erzeugergebieten, Plüschspielzeug - vor allem Teddybären -, optisches Spielzeug, Zinnfiguren, Eisenbahnen, außereuropäisches Spielzeug und vieles mehr.
Die Ausstellung läuft noch bis 15. November 2009
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Christa Linossi - red / 2. Januar 2009 ID 00000004160
Weitere Infos siehe auch: http://www.salzburgmuseum.at/
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