Starttermin: 12. Juli 2007
Harry Potter und der Orden des Phönix
(Großbritannien, USA 2007)
Regie: David Yates Drehbuch: Michael Goldenberg
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Der „Orden des Phönix“ ist der Band, in dem Harry alles über seine Eltern, sich selbst und seine Verbindung zur Inkarnation des Bösen, Lord Voldemort, erfährt. Doch der fünften Harry-Potter-Verfilmung geht es wie dem Titelheld selbst: Es liegt Segen und Fluch darauf. Der Segen: Mit David Yates hat es (endlich) ein Regisseur geschafft, sich von der Romanvorlage zu emanzipieren. Die Verfilmungen der vier ersten Bücher waren oft nur bewegte Kurz-Illustrationen des Buches mit Action-Elementen. Bei Yates jedoch sind die Spezialeffekte kein Selbstzweck, sondern angemessene und notwendige dramaturgische Elemente.
Der Fluch ist der Umstand, dass es inhaltlich kein wirklich eigenständiger Film ist. Die Kinobesucher, die weder die Bücher noch die anderen vier Filme kennen, haben nicht wirklich eine Chance, den Film vollständig zu verstehen. Yates arbeitet ohne Rückblenden. Das Potter-Universum mit Muggels, Dementoren, Todessern, Azkaban, dem gesamten schrillen Lehrerkollegium und vielen anderen Besonderheiten wird zu sehr als bekannt vorausgesetzt. - Für die eingefleischten Potter-Fans ist das freilich ein Fest, weil Yates in dem sehr stark auf die Haupthandlung gekürzten Skript endlich mal ans Eingemachte heran kommt.
„Harry Potter und der Orden des Phönix“ ist kein Kinderfilm mehr. Harry ist praktisch über Nacht gezwungen, erwachsen zu werden. Seine Kindheit endete schon in Band/Film 4, als er mit ansehen musste, wie sein Mitschüler Cedric Diggory vom Dunklen Lord getötet wurde. Harry war der einzige Zeuge, und niemand glaubte ihm, dass der Dunkle Lord zurück gekommen war.
Zu allem Unglück kamen die Ferien, und Harry (Daniel Radcliffe) musste zurück zu seiner Tante (Fiona Shaw) und deren Familie. – An der Stelle beginnt Band/Film 5. – Die haben sich ihr Leben als Muggels, als nicht-magische Menschen, eingerichtet und zeigen kein Verständnis für die Seelennöte des Heranwachsenden. Sie lehnen alles ab, was mit Magie und der Hogwarts-Schule für Zauberei zu tun hat. Dann geschieht das Unfassbare. Harry und sein Cousin Dudley (Harry Melling) werden von Dementoren angegriffen. (Dementoren saugen die Seele aus ihren Opfern und hinterlassen nur noch Trostlosigkeit und Wahnsinn). Noch nie haben die sich so weit auf Muggel-Territorium vorgewagt. Harry kann sich und seinen Cousin nur retten, indem er einen mächtigen Zauberspruch anwendet, einen Patronus.
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Harry, Ron und Hermine 2007 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing Rights © J.K.R. Harry Potter characters, names and related indicia are trademarks of and © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
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Obwohl er den Zauberspruch nicht aus jugendlichem Übermut, sondern zur Selbstverteidigung ausgesprochen hat, erfährt Harry in einem Brief, dass er der Schule verwiesen wurde, weil das Zaubern außerhalb des Unterrichts für minderjährige Zauberer und Hexen verboten ist. Nur auf Einwirken des Schulleiters Professor Dumbledore (Michael Gambon) hin, kann Harry nach den Ferien wieder zurück nach Hogwarts. Dort wird er wegen des Todes von Cedric und seinen Behauptungen über die Rückkehr des Dunklen Lords ausgegrenzt. Nur seine Mitschüler und besten Freunde Hermine und Ron halten unverbrüchlich zu ihm.
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Das Zauberministerium 2007 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing Rights © J.K.R. Harry Potter characters, names and related indicia are trademarks of and © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
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Immer vehementer streiten das Ministerium für Zauberei und die populäre Zeitung „Der Tagesprophet“ Voldemorts Vormarsch ab, obwohl sich die Zeichen mehren. Das Ministerium schickt eine neue Lehrerin für den Unterricht in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“, Dolores Umbridge (hervorragend gespielt von Imelda Staunton). Der Unterricht wird ab jetzt ausschließlich in Theorie gelehrt. Harry wehrt sich öffentlich dagegen. Wie sollen sich die Zauberer und Hexen gegen Voldemort (Ralph Fiennes) und seine Anhänger verteidigen, wenn sie nur die Theorie gelehrt bekommen? Immer mehr Verordnungen schränken die Redefreiheit und Versammlungsfreiheit der Schüler ein. Das Ministerium für Zauberei übernimmt volle Kontrolle über die einst eigenständige Schule. Da entschließen sich die drei Freunde Harry, Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emily Watson) , dass Harry heimlich praktischen Unterricht in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ geben muss. Er ist der einzige Schüler, der solche Zaubersprüche schon mal angewendet hat, als er gegen Voldemort kämpfen musste. Es bildet sich eine Gruppe, die sich „Dumbledores Armee“ nennt und regelmäßig heimlich trainiert. Das erweist sich als überlebenswichtig, als es schließlich zum großen Kampf gegen die dunklen Mächte kommt. Harry und seine Mitschüler aus Dumbledores Armee müssen Verantwortung tragen, wie Erwachsene. Als Professor Dumbledore die Schule verlässt, um sich dem Zugriff des Ministeriums zu entziehen, sind die jungen Zauberschüler in diesen entscheidenden Tagen auf sich alleine gestellt...
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Immer vehementer streiten das Ministerium für Zauberei und die populäre Zeitung „Der Tagesprophet“ Voldemorts Vormarsch ab, obwohl sich die Zeichen mehren. Das Ministerium schickt eine neue Lehrerin für den Unterricht in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“, Dolores Umbridge (hervorragend gespielt von Imelda Staunton). Der Unterricht wird ab jetzt ausschließlich in Theorie gelehrt. Harry wehrt sich öffentlich dagegen. Wie sollen sich die Zauberer und Hexen gegen Voldemort (Ralph Fiennes) und seine Anhänger verteidigen, wenn sie nur die Theorie gelehrt bekommen? Immer mehr Verordnungen schränken die Redefreiheit und Versammlungsfreiheit der Schüler ein. Das Ministerium für Zauberei übernimmt volle Kontrolle über die einst eigenständige Schule. Da entschließen sich die drei Freunde Harry, Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emily Watson) , dass Harry heimlich praktischen Unterricht in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ geben muss. Er ist der einzige Schüler, der solche Zaubersprüche schon mal angewendet hat, als er gegen Voldemort kämpfen musste. Es bildet sich eine Gruppe, die sich „Dumbledores Armee“ nennt und regelmäßig heimlich trainiert. Das erweist sich als überlebenswichtig, als es schließlich zum großen Kampf gegen die dunklen Mächte kommt. Harry und seine Mitschüler aus Dumbledores Armee müssen Verantwortung tragen, wie Erwachsene. Als Professor Dumbledore die Schule verlässt, um sich dem Zugriff des Ministeriums zu entziehen, sind die jungen Zauberschüler in diesen entscheidenden Tagen auf sich alleine gestellt...
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Lord Voldemort 2007 Warner Bros. Ent. Harry Potter Publishing Rights © J.K.R. Harry Potter characters, names and related indicia are trademarks of and © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
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David Heyman, der Produzent sämtlicher Harry-Potter-Verfilmungen, sieht Harry Entwicklung exemplarisch: „Harry wird erwachsen. Er begreift langsam, dass man nicht alles so schwarz-weiß sehen darf, wie es ihm bisher vorkam. Die Erwachsenen, die er bisher idealisiert hat, haben doch mehr Fehler, sie sind menschlicher, als er den Eindruck hatte... Alle Kids müssen sich heute mit einer Welt arrangieren, die sehr viel komplexer ist als die, die sie in ihrem ersten Hogwarts-Jahr vorfanden.“ Bei Harry kommt ein weiterer Aspekt hinzu. In ihm kocht ungeheuer viel Wut hoch. Die Ermordung seiner Eltern, als er noch ein Baby war, die Ungerechtigkeit der Autoritäten und auch die Gefahr, die von Lord Voldemort ausgeht und die keiner sehen will, nähren diese negativen Gefühle. In Alpträumen hat er Visionen von Untaten, die Voldemort begeht. Diese unheimliche tiefe Verbindung zwischen dem Dunklen Lord und ihm, hat Harry schon im ersten Schuljahr in Hogwarts zu schaffen gemacht. Wie Voldemort versteht und spricht Harry zum Beispiel die Sprache der Schlangen, und immer wieder neu, musste Harry sich entscheiden, nicht zur dunklen Seite zu wechseln. Nun ist es aber so, als sei Voldemort in seinem Kopf. Seinem Patenonkel Sirius Black vertraut Harry an, dass er Angst hat, wie Voldemort zu werden. Sirius beruhigt ihn, aber Voldemort ergreift immer mehr Besitz von Harry...
Im englischen Original ist das Buch „Harry Potter und der Orden des Phönix“ 766 Seiten lang. Zu lang, um daraus eine detailgetreue Verfilmung zu machen. Auf die inhaltlichen Mängel wurde zu Anfang hingewiesen. Diese werden aber durch eine aberwitzige Ausstattung wieder wett gemacht. Was sich das Team um Produktionsdesigner Stuart Craig ausgedacht hat, ist einfach „zauberhaft“. Die Ausstattung des Lehrerzimmer von Dolores Umbridge ist einfach umwerfend. Auch das Design des riesigen Zaubereiministeriums kann allerhöchsten Ansprüchen genügen. Über die Ausstattung gelingt es David Yates viel von der Atmosphäre, die aufgrund der Textkürzungen verloren ging, wieder wett zu machen. Mehr noch, er entwickelt eine visuelle Sprache, die ihre eigene Geschichte erzählt. Am Anfang hängt der Hausmeister einen Schaukasten mit Verordnungen des Ministeriums aus. Am Ende sind die ganzen Wände mit diesen klobigen Schaukästen übersät. Und die lässt Yates im Film alle zerspringen, als selbst das Ministerium die Rückkehr Voldemorts eingestehen muss. Damit sprengt er symbolisch das, was der Ordnung entspricht. Mit der Rückkehr Voldemorts ist alles das aufgelöst und in Frage gestellt. Und es sind die jungen Menschen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und sich dem Kampf stellen müssen. Sie lernen, dass Licht und Schatten zwei Seiten der selben Medaille sind, und jede den Kern der anderen in sich trägt. Jeder wird sich früher oder später entscheiden müssen, welcher Seite er angehören will. Da steht bei Harry dieses Mal einiges ernsthaft auf der Kippe.
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Helga Fitzner - red / 11. Juli 2007 ID 3353
Weitere Infos siehe auch: http://harrypotter.warnerbros.de/site/
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