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Stiefkind des Monats - November 2005


Stiefkind des Monats November 2005

Point Blank
- Over And Out!

USA 1997
Regie: Matt Earl Beesley
BMG Video/Universum Film

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht dann doch irgendwie fest, dass es der amerikanische Schauspieler Mickey Rourke beileibe nicht nur einfach hatte. Nach durchaus sehr viel versprechendem Karrierestart in den frühen Achtzigern versulzte er bereits ab deren Mitte zunächst bevorzugt in abwegigen Lustspielchen, wobei ich mir habe sagen lassen, dass sich insbesondere das Lecken lebensmittelbehafteter Möpse noch heute einer außerordentlichen Beliebtheit in gewissen Zirkeln erfreuen soll - allerdings sind die Protagonisten dieser körperlichen Nachahmungstaten wohl regelmäßig auch Kreaturen, die ein dümmlich dreinschauendes Geschlechtsneutrum wie Yvonne Catterfeld als den Gipfel medialer Erotik anzusehen pflegen. Nun ja, insoweit war der Mann, mit dem es dank einiger kleinerer, aber nachhaltig wirkender Auftritte in jeweils unterschiedlich renommierten Werken seit einigen Jahren wieder aufwärts zu gehen scheint, immerhin ein zärtlicher Pionier.

Mickey Rourke als Rudy Ray
Es gab aber noch das andere Betätigungsfeld des Herrn Rourke - nämlich die Teilnahme an ruppigen Actionfilm-Videopremieren mit erkennbar geschmälertem Budget sowie sichtlich unbeholfen agierendem Personal. Und deshalb schwitzt und blutet sich jener in einer seltsam ungelenken Massigkeit durch dieses Werk, eifrig bemüht, den auf der Schattenseite des Gesetzes stehenden Bruder vor allzu üblem Ungemach zu bewahren wie auch die sich zumindest teilweise in dessen Geiselhaft Befindlichen möglichst brachial in Freiheit zu pressen. Es ist die Legitimation des Italo-Westerns, die dann folgt und bis zum Exzess zelebriert wird: Je grausamer und menschenverachtender die Aktionen des schon von der Physis her miesen Gesindels, desto menschenverachtender und grausamer wiederum die Reaktionen hierauf. Unterbrochen wird das Gemetzel eigentlich nur durch das mit weinerlicher Musik untermalte, stets unfreiwillig komische Resozialisierungsgefasel diverser Knastbrüder, welche selbstverständlich alleine aufgrund widriger Umstände in Konflikt mit der Staatsmacht gerieten - Lebensgeschichten eben, deren Inhalt hierzulande vielleicht allenfalls Mitglieder der Grünen beeindrucken würde, die immer schon dann eine Verletzung der Grundrechte ausgemacht haben wollen, wenn wieder ein leider noch nicht strafmündiger Drecksack völlig zu Recht in das geschlossene Heim verbracht wird. Dass sich einer der Vorgenannten am Ende wohl in Richtung mexikanischer Grenze davonstehlen kann, während der andere kurz zuvor am Maschinengewehr stehend durchsiebt wird wie einst William Holden in Sam Peckinpah´s „The Wild Bunch“, lässt schließlich auch die mutmaßliche Intention des Regisseurs erahnen, es gleich mal mit dem Meister der Schilderung eruptiver Gewalteskalationen aufnehmen zu wollen. Das ist zwar lobenswert - aber wenigstens künftig sollten einfach etwas kleinere Projektile verschossen werden, nachdem bereits weitaus talentiertere Zeitgenossen an diesem übermächtigen Vorbild schlichtweg scheitern mussten.


Daniel Dohmel - red. / 20. November 2005
ID 00000002137
Point Blank - Over And Out!

Genre : Action
Produktion : USA / 1997
Originaltitel : Point Blank

Darsteller:
Mickey Rourke
Werner Schreyer
Michael Wright
Danny Trejo
Paul Ben-Victor
Kevin Gage

Regie : Matt Earl Beesley

Altersfreigabe : FSK 16

Weitere Infos siehe auch: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=861






 

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