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Filmbesprechung


0.99 Euro-Film: I Nuovi Barbari - Italien 1982

Metropolis 2000

Regie: Enzo G. Castellari

Darsteller: George Eastman, Timothy Brent, Fred Williamson, Anna Kanakis, Thomas Moore

Aus einer gewissen zeitlichen Distanz und mit dem schon so manchem ansichtig gewordenen Auge des Chronisten auf Celluloid gebannter Bizarrerien betrachtet, erscheint es als kaum deutbar, wie sich die italienische Filmindustrie ohne den Einfluss diverser internationaler Genre-Vorbilder wohl entwickelt hätte. Denn bekanntermaßen gelang es dem mediterranen Schaffen nur in den seltensten Fällen, aus eigenem künstlerischen Antrieb prägende Glanzpunkte zu setzen.

Letzteres lässt sich bezüglich des nun vorzustellenden Werkes indes mit Sicherheit nicht behaupten: Wie so viele Lichtspiele jener Ära ist nämlich auch „Metropolis 2000“ ohne weiteres erkennbar durch den zweiten Teil der australischen „Mad Max“-Reihe inspiriert worden. Der atomare Holocaust hat Muttern Erde in einen Steinbruch verwandelt, der überwiegend von mürrischen Einzelgängern, nuttengleich ausstaffierten Weibern, stolzen Kriegern und den Mitgliedern eines dubiosen Ordens bevölkert wird, welcher den nur noch spärlich vorhandenen Rest an Menschheit, der diverse Megatonnen an geballter Kernkraft zumindest rein äußerlich ziemlich unbeschadet überstehen konnte, gerne ausrotten würde. Warum dem so ist, wird zwar nicht näher erläutert, aber der bevorzugt wirre Zwiegespräche führende Fanatismus besagter Dunkelmänner namens Shadow, Mako oder schlichtweg One macht dieses Defizit mehr als wett. Bis jenes Gesindel dann in die Grube befördert werden kann, passiert einiges: Der gewöhnlich in einem Auto mit hell erleuchtetem Innenraum sitzende und deshalb bereits aus einer Entfernung von mehreren Kilometern mühelos zu ortende Held, der zudem dummerweise auch noch der Erzfeind des sektenähnlichen Gebildes ist, wird gefangengenommen und seitens dessen Anführers zünftig vergewaltigt, während die übrige Belegschaft grenzdebilen Unternehmungen frönt, so sie nicht gerade lächerliche Kostümchen aus dem Räumungsverkauf der Science Fiction aufträgt oder mittels ebensolcher Strahlengewehre in der Gegend herumballert.

Dass das dieser sympathisch unfertig und dilettierend daherhinkenden Party-Granate zur Verfügung gestandene Budget noch um ein Vielfaches geringer gewesen sein muss als dasjenige der eingangs erwähnten Leinwandapokalypse, welches gleichfalls nicht unbedingt von sonderlicher Üppigkeit gezeichnet war, dürfte sich hoffentlich von selbst verstehen. Und trotz der sich geradezu aufdrängenden Zweifel ob des mentalen Zustandes aller hier Beteiligten bin ich mir einer Tatsache gewiss: Ohne derart ungelenke Gehversuche prinzipiell recht talentierter Regisseure wäre beileibe nicht nur das Kulturverständnis des Gastarbeiters ein wesentlich ärmeres geblieben.



Daniel Dohmel - red. / 23. Juli 2007
ID 00000003363

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