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Filmbesprechung


Bundesrepublik Deutschland 1980, Regie: Jess Franco

Die Säge des Todes

Darsteller: Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger, Alexander Waechter, Nadja Gerganoff, Jasmin Losensky


Recht häufig bemüht und in diesem Zusammenhang stets etwas überstrapaziert wird sie in letzter Zeit schon, die goldene Ära des sogenannten „Grindhouse“-Lichtspieles, was natürlich auch den erst unlängst gezeigten Werken der Herren Quentin Tarantino und Robert Rodriguez zu verdanken ist, welche den mehr oder weniger erfolgreichen Versuch unternahmen, jenem Kino mittels einer gehörigen Portion halsbrecherischen Humors beikommen zu wollen. Ich persönlich halte diese Herangehensweise an die filmischen Schmuddelkinder vornehmlich der Siebziger und Achtziger Jahre bereits für eine gründlich verfehlte, waren die fleißig zitierten Originale doch weitgehend bar jeglicher ironischen Brechung - sieht man von einer den meisten Vertretern durchaus innewohnenden Unfreiwilligkeit einmal ab, die bewusst und gewollt zu erreichen zum Scheitern verurteilt sein muss. Denn angenehm geistlos sind diese eben gerade wegen ihrer beinahe grenzenlos erscheinenden Realitätsferne in Bezug auf die Widrigkeiten des Alltages gewesen: Frauen, die den Beischlaf mit öligen Schnauzbartträgern aus gutem Grunde verweigern, wurden - selbstverständlich nur in deren eigenem Interesse - kurzerhand zur „Liebe“ gezwungen, degenerierte Hinterwäldler unter Zuhilfenahme diverser Kampfsporttechniken auseinandergenommen und Versäumnisse des Justizwesens mit geballter Feuerkraft bereinigt. Dass man in diesem farbenfrohen Kosmos menschlichen Urschlammes ein klärendes Gespräch ebenso vergeblich suchte wie dem Nachvollzug unterliegende Drehanweisungen, bedarf darüber hinaus wohl keiner weitergehenden Erläuterung mehr.

In gewisser Hinsicht stellt „Die Säge des Todes“ ein Musterbeispiel der eingangs erwähnten Schaffensphilosophie dar - und bedient sich sogar noch weiterer, wenigstens damals modischer Zutaten, die dem Kenner der Materie feuchte Handflächen bescheren sollten: Nämlich Olivia Pascal und stampfende Disco-Musik. Ansonsten macht ein mysteriöser Mordbube jungen Damen, die ein Bildungsinstitut an der spanischen Küste besuchen, grundsätzlich aber lieber dem Tanze und schmierig Amourösem frönen, in Verwendung diverser Werkzeuge möglichst blutrünstig den Garaus. Dahinter steckt ein von finanziellen Erwägungen genährter Plan, der kriminalistisch betrachtet zwar erwartungsgemäß hirnrissig ist, dafür allerdings die Gelegenheit bietet, mit der dem Genre immanenten Naivität auf eine inzestuös geprägte Geschwisterverbindung zu blicken. Der Urheber der vorliegenden Schamlosigkeit, die den sporadischen Betrachter ob des zur Kenntnis Genommenen eher befremdet zurücklassen wird, ist der offenbar nach wie vor ziemlich aktive Jess Franco, dem das Feuilleton unter anderem Meisterleistungen wie „Mädchen im Nachtverkehr“, „Sadomania - Hölle der Lust“ oder auch „Die nackten Superhexen vom Rio Amore“ zuschreiben kann. Und alleine schon das ist mehr an Hinterlassenschaft als bisweilen erwünscht.


Daniel Dohmel - red. / 29. November 2007
ID 00000003581

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