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Rezension


im Kino ab 09.08.2007

HALF MOON

Ein Film von Bahman Ghobadi

Iran/Österreich/Frankreich 2006

Half Moon, Plakat, Verleih Pandora Film

Hesho, die himmlische Stimme - verboten!

Die Geschichte von HALF MOON wäre schnell erzählt, würde sie nicht in Kurdistan spielen.
Mamo, gefeierter kurdischer Musiker plant zu dem großen Konzert „Schrei der Freiheit“ in den Irak zu fahren. Dieses findet anlässlich des Sturzes von Saddam Hussein statt. Die Unterdrückung kurdischer Musik im Irak hat endlich ein Ende.
Er trommelt seine zehn Söhne zusammen. Der Kurde Mamo lebt aber im Iran. Weltweit gibt es an die 40 Millionen Kurden – hauptsächlich in Iran, Irak, der Türkei und Syrien. Das kurdische Volk erkennt keine Grenzen an, sie sind ihre eigene Nation.
Das ist das Problem der Reise.


Half Moon, Verleih: Pandora Film

Mamo, alt und krank, ist euphorisch - es wird sein letzter großer Auftritt sein – also, Reisebus ausgeliehen, Essen, Trinken, Instrumente eingepackt und Frauen und Kinder verabschiedet.
Sogar die Sängerin Hesho, mit der er früher große Auftritte feierte, soll mitkommen. Sie lebt jedoch mit 1134 anderen Frauen in der Verbannung. Ihnen hat die iranischen Regierung verboten, zu singen - und auch zu reisen. Doch Mamo will sie dabei haben. Das magische, kleine Bergdorf, aus dem er sie abholt, existiert nur in der Filmgeschichte.


Half Moon, Verleih: Pandora Film


Eine abenteuerliche Reise beginnt, überlagt von den Ängsten und Nöten seiner Söhne und von Mamos Todestraum. Er liegt in einem Sarg, der von einer jungen Frau gezogen wird.

HALF MOON könnte ein Road Movie sein, durch „das wilde Kurdistan“, genauer gesagt, durch den Osten der Türkei, den Nord-Osten Iraks und durch den Nord-Westen Irans und Syriens, voller faszinierender Landschaften mit betörenden Klängen und Gesängen.
Doch die angespannte Lage macht die Reise zum Politikum. Grenzposten zerstören bei einer Kontrolle die Instrumente, Hesho entdeckt und abgeführt, Pässe und Sprachkenntnisse fehlen.
Mamo will nicht aufgeben, stößt aber nur weiter auf Hindernisse. Gesundheitlich ist er am Ende. Und nur im Herzen nimmt Mamo letztendlich an dem Konzert gegen Unterdrückung teil, nur im Traum/Tod überschreitet er – alle – Grenzen.

Half Moon, Verleih: Pandora Film

„Musik ist für Kurden ein Lebenselexier. Sie trägt sehr zum Zusammenhalt der Kurden bei, die von der jahrzehntelangen Unterdrückung und Folter wie betäubt sind“, sagt Bahman Ghobadi. Der Regisseur wurde 1969 in Baneh im Iran geboren und ist selbst kurdisch-iranischer Abstammung. „Musik ist für sie ein Mittel, diesen Zustand zu überwinden. Auch ich liebe Musik, besonders kurdische Musik. Ich kann ohne Musik weder leben, noch essen... Die Ideen zu meinen Filmen habe ich für gewöhnlich immer, wenn ich Musik höre.“

Bahman Ghobadi studierte in Theheran Film und wurde mit seinem ersten, 1999 gedrehten, Spielfilm ZEIT DER TRUNKENEN PFERDE bekannt. Es folgten verschiedenste Preise.
Für HALF MOON bekam er die Goldene Muschel auf dem San Sebastian Film Festival 2006 für die beste Bildgestaltung und den Jury Award (FIPRESCI) für das beste Drehbuch.
HALF MOON wurde mit dem neuseeländischen Kameramann Nigel Bluck und LaiendarstellerInnen, im iranischen Teil Kurdistans, nahe der Grenze zum Irak, gedreht.
„In Kurdistan gibt es keine professionell ausgebildeten Schauspieler und keine etablierte Filmindustrie, also musste ich immer lange und intensiv nach meiner Besetzung suchen“ erzählt Bahman Ghobadi über die Dreharbeiten.

Mit HALF MOON gelingt ihm die Gratwanderung, inmitten des real-existierenden kurdischen Lebens zu drehen. Er zeigt die Schönheit der rauen, kargen Landschaft, politische Grausamkeiten, den Freiheitsdrang der Menschen und ihre ungebrochene Herzlichkeit.
„Ich habe in meinem Leben schon viel Tragik erlebt. Das Tragische ist tief in mir verwurzelt“. „Aber es macht mir keinen Spaß, nur traurige Geschichten zu erzählen, also gebe ich immer etwas Komik hinzu“, kommentiert er seine Arbeitsweise.
HALF MOON von Bahman Ghobadi ist ein eindringlicher und leidenschaftlicher Film, der einen tagelang verfolgt, mit sparsam dosierter Komik.

Frauen ist es im Iran im Jahre 2007 noch immer verboten, in Gegenwart von Männern solo zu singen. Es gibt nur wenige Orte und Gelegenheiten, wo Frauen dies erlaubt ist, dann aber auch nur vor einem reinen Frauenpublikum. Heshos ‚himmlische’ Stimme ist allen kurdischen Sängerinnen gewidmet.
Im Iran wurde HALF MOON kurz nach seiner Uraufführung aufgrund seiner politischen Brisanz verboten.
Ab 9. August 2007 bundesweit im Kino zu sehen.



Hilde Meier - red / 08. August 2007
ID 00000003380


Besetzung
Ismail Ghaffari Mamo
Allah Morad Rashtiani Kako / Busfahrer
Hedye Tehrani Hesho / Sängerin
Hassan Poorshirazi Grenzpolizist
Golshifteh Farahani Niwemang (Halbmond)
Sadiq Behzadpoor Shouan

Stab
Buch und Regie Bahman Ghobadi
Kamera Nigel Bluck
Crighton Bone
Schnitt Hayedeh Safiyari
Produktionsdesign Mansooreh Yazdanjoo
Bahman Ghobadi
Ton Bahman Ardalan
Musik Hossein Alizadeh
Ausführende Produzenten Simon Field
Keith Griffiths
(Illumination Films for New Crowned Hope)
Produzent Bahman Ghobadi
Koproduzent Behrooz Hashemian
Eine MIJ FILM (Iran) / NEW CROWNED HOPE (Österreich) / SILKROAD PRODUCTION
(Frankreich) Produktion mit der Unterstützung vom KURDISTAN REGIONAL
GOVERNMENT IF IRAQ.

http://www.pandorafilm.com


Weitere Infos siehe auch: http://www.pandorafilm.com





 

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