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„Bärenbrüder“

Zeichentrickfilm aus den Disney Studios

Regie: Aaron Balise, Robert Walker
Starttermin:
18. März 2004


Heute ist der größte Tag in seinem Leben: Kenai, der jüngste von drei Indianerbrüdern, erhält endlich seine rituelle Weihung zum Mann. Ganz aufgeregt folgt er den Riten der Schamanin und ist richtig stolz, endlich kein Kind mehr zu sein. Doch zur Mannwerdung bedarf es mehr als nur einer Zeremonie. Kenai ist von dem ihm verliehenen Totem überhaupt nicht begeistert. Es ist der Bär. Der Bär entspricht aber seinem verhassten Feindbild, und als ob die großen Geister mitgehört hätten, legen sie Kenai eine Prüfung auf. Die Indianer haben Fische gefangen und sie in einem Korb aufgehängt. Diese Fische werden von einem Bären gefressen. Wütend jagt Kenai den Dieb. Dabei kommt es zu einem tragischen Unfall. Als Kenai in Gefahr gerät, greift sein ältester Bruder Sitka ein und legt sich mit dem Bären an. Beide stürzen eine Klippe herunter. Der Bär überlebt, aber Sitka ist tot. Kenai vergisst alles, was ihm die Schamanin über die Liebe und Brüderlichkeit erzählt hat, für die sein Totem steht. Kenai jagt den Bären und tötet ihn.

Nun beginnt der mythische Teil der Geschichte. Kurz danach wacht Kenai in Gestalt eines Bären auf. Er kann gar nicht fassen, nun ausgerechnet in der Haut seines ärgsten Feindes zu stecken. Nicht einmal der Umstand, dass er nun die Sprache der Tiere verstehen kann, tröstet ihn. Neben vorzeitlichen Mammuts und anderen illustren Waldbewohnern trifft er auch auf zwei vertrottelte Elche. Zu allem Überfluss gerät er noch in eine Bärenfalle und kommt da nicht heraus. Da taucht ein kleiner Bärenjunge namens Koda auf. Der befreit Kenai aus der Bärenfalle und im Gegenzug soll Kenai ihm helfen, zu den Laichgewässern der Lachse zu gelangen, wo sich die Bären alljährlich versammeln. Koda sucht nämlich seine Mutter und will sie dort wiederfinden. Dazu braucht der Winzling aber Begleitschutz. Der Versammlungsort liegt genau da, wo Kenai auch hin muss. Die Schamanin ist ihm erschienen und hat ihn zu dem Berg geschickt, „wo das Licht die Erde berührt“. Also macht Kenai sich auf den Weg und nimmt unwirsch den kleinen Koda mit, der unentwegt plappert, mächtig angibt und ihm ganz schön auf die Nerven geht.

Als ob der Wald für unerfahrene junge Bären nicht gefährlich genug wäre, wird Kenai von seinem Bruder Denahi gejagt, denn der weiß nicht, dass Kenai in einen Bären verwandelt wurde und glaubt das Kenai der Bär ist, der für Kenais vermeintlichen Tod verantwortlich ist. So richtet sich der tödliche Hass, den Kenai für Bären hegt, gegen ihn und wird zu einer tödlichen Bedrohung.

Auf ihrer Reise zum Berg, wo das Licht die Erde berührt, lernt Kenai viel über Bären. Als sie nach vielen Abenteuern und etlichen lustigen Elch-Sprüchen endlich am Versammlungsort der Bären ankommen, beginnt eine von mehreren Wandlungen, die Kenai durchmacht. Er ist von der Liebe und Brüderlichkeit der Bären tief beeindruckt. Und da sie ihn für einen Bären halten, kommt auch er in den Genuss der liebevollen Gemeinschaft. Er ist tief beschämt über den Hass, den er bislang für sie empfunden hat und hat nun viel Verständnis für die Tiere. Es kommt zu kurzen Momenten des Glücksempfindens. Dann aber kann Koda seine Mutter nicht finden und muss vor der Versammlung erzählen, wie er sie verloren hat. Seine Mutter ist von einem Indianer gejagt worden und hat Koda vorher schnell versteckt. Dann sind der Indianer und die Bärin aber eine Klippe heruntergefallen. Er weiß nur, dass seine Mutter den Sturz überlebt hat...

Mit Entsetzen erkennt Kenai, dass er es ist, der für den Tod von Kodas Mutter verantwortlich ist. Allmählich dämmert ihm, warum die großen Geister ihn verwandelt haben. Nun muss er sich noch zwei weiteren Prüfungen stellen. Er muss Koda erzählen, dass er seine Mutter umgebracht hat, und es steht ein Kampf auf Leben und Tod mit seinem Bruder Denahi an...

„Bärenbrüder“ ist ein typischer Disney-Film, niedlich, bunt, lustig und spannend. Das Drehbuch wurde über Jahre hinweg von mehreren Autoren entwickelt. Obwohl es an Indianermythen angelehnt ist, handelt es sich um ein Originaldrehbuch. Und doch kommt hier die tiefe Weisheit der amerikanischen Ureinwohner zum Tragen. Kenai befindet sich im wörtlichen Sinne in der Haut des Feindes und kann so allmählich Empathie entwickeln. Wir erleben im Laufe des Films, wie das Feindbild schwindet und einem Gefühl der Liebe und Brüderlichkeit weicht. Das Muster der Rache im Sinne von „Aug’ um Auge, Zahn um Zahn“ wird aufgelöst, weil es letztendlich nicht zum Frieden führen kann. Zum überraschenden Schluss kommt es zu einer selbst auferlegten Sühne, die im Einklang mit dem Bären-Totem steht, der Liebe und Brüderlichkeit.

Beidem Bibelspruch „Aug’ UM Auge...“ handelt es sich übrigens um einen eklatanten Übersetzungsfehler. Es muss heißen „Aug’ FÜR Auge...“. Das bedeutet nicht, dass ich das Recht habe, jemandem einen Zahn auszuschlagen, bloß weil er mir einen ausgeschlagen hat. Mein Gegner ist vielmehr verpflichtet, mir den ausgeschlagenen Zahn zu ersetzen. Das Ende von „Bärenbrüder“ deckt sich mit dieser Erkenntnis und steht im Zeichen des Mitgefühls und der Vergebung.

Phil Collins schrieb für den Soundtrack sechs Songs, darunter „Transformation“ und „Look through my eyes“.


(Left to Right) Director Bob Walker, vocal talents Rick Moranis and Dave Thomas (voices of moose brothers Rutt and Tuke), producer Chuck Williams, and director Aaron Blaise. © 2003 Buena Vista Pictures Distribution. All rights reserved.

h.f. - red / 17. März 2004





 

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= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal

 


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