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Stille Schönheit
Vor 20 Jahren verunglückte die unvergessene Grace Kelly tödlich
Von Ernst Probst
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Zwei Jahrzehnte nach ihrem tragischen Tod ist die amerikanische Filmschauspielerin Grace Kelly (1929-1982), geborene Grace Patricia Brendon, immer noch unvergessen. Die stille Schönheit war ein Star des Kinos der 1950-er Jahre. Ihre Traumhochzeit mit Fürst Rainier III. von Monaco bildete 1956 den Höhepunkt einer märchenhaften Karriere. Danach führte sie 26 Jahre lang als Prinzessin Gracia Patricia ein untadeliges Dasein als Fürstin, ehe sie bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verlor.
Grace Patricia Brendon erblickte am 12. November 1929 in Philadelphia (USA) als drittes Kind des amerikanischen Millionärs John Brendon (gest. 1960) und dessen Frau Margaret, geborene Majer, das Licht der Welt. Ihre Eltern haben sich aus bescheidenen Verhältnissen fleißig nach oben gearbeitet.
Der Vater von Grace fing sein Berufsleben als Maurer an und machte mit geliehenem Geld einen kleinen Betrieb zum großen Baukonzern. Als aktiver Sportler gewann er eine olympische Goldmedaille im Rudern. Da er sich für das Theater begeisterte, machte er Grace keine Schwierigkeiten, als diese den Wunsch äußerte, Schauspielerin werden zu wollen.
Die Großmutter mütterlicherseits von Grace hieß Margaretha Berg und wurde als Tochter eines Sattlermeisters in Heppenheim an der Bergstraße (Hessen) geboren. Im Alter von 20 Jahren wanderte sie in die USA aus und heiratete dort den Gutsbesitzersohn Carl Majer aus Immenstaad/Bodensee. Die Tochter des Paares namens Margaret brachte Grace zur Welt.
Grace besuchte die "Ravenhill Academy of the Assumption" in Philadelphia und die "Stevens School" in Cestnut Hill (Pennsylvania). Als Zwölfjährige ging sie zu den "Old Academy Players of East Falls". Von 1947 bis 1949 studierte sie an der "American Academy of Dramatic Art" in New York. Bereits während der Studienzeit verdiente sie als Fotomodell und im Werbefernsehen Geld.
Zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere spielte Grace Kelly mittlere Rollen an Sommertheatern, unter anderem am "Bucks County Playhouse", in Fairmouth Park und in Denver (Colorado). 1949 schaffte sie den Sprung an den New Yorker Broadway, wo sie in dem Stück "Fadren" ("Vater") des schwedischen Dichters August Strindberg (1849-1912) Hollywoodregisseuren wohltuend auffiel.
Im Kino sah man Grace Kelly erstmals in den Filmen "Fourteen Hours" (1951, deutsch: "14 Stunden) und als friedliebende Verlobte von Gary Cooper (1901-1961) in dem Western "High Noon" (1952, deutsch: "Zwölf Uhr mittags"). Nach diesem erfolgreichen Einstieg unterschrieb sie einen Siebenjahresvertrag bei "Metro-Goldwyn-Mayer" (MGM), die sie an andere Filmstudios - wie "Warner Brothers" oder "Paramount" - für 60000 US-Dollar pro Film auslieh.
Grace Kelly wirkte unter anderem in den Steifen "Mogambo" ("Der tollkühne Jockey", 1953), "Green Fire" ("Grünes Feuer", 1954), "Dial M for Murder" ("Bei Anruf Mord", 1954), "Rear Window" ("Das Fenster zum Hof", 1954), "To Catch a Thief" ("Über den Dächern von Nizza", 1955), "The Bridges at Toko-Ri" ("Die Brücken von Toko-Ri", 1954) mit. Die kühle, schöne Blonde entsprach genau dem Bild, das der britische Regisseur Alfred Hitchcock (1899-1980) immer suchte. Bei den Außenaufnahmen für "To Catch a Thief" in Monaco lernte Grace Kelly den Fürsten Rainier III. kennen.
Ihren größten Erfolg feierte Grace Kelly als verlotterte Frau eines Alkoholikers in "The Country Girl" ("Das Mädchen vom Lande", 1954), für den sie den "Oscar" als beste Schauspielerin erhielt. 1956 verlieh ihr die Auslandspresse Hollywoods als beliebteste Schauspielerin das Gegenstück zum "Oscar", die "Henrietta".
Anfang Januar 1956 verlobte sich Grace Kelly mit Fürst Rainier III. von Monaco. Danach drehte sie nur noch zwei Filme: "The Swan" ("Der Schwan" und "High Society" ("Die oberen Zehntausend"). Die Traumhochzeit zwischen der Schauspielerin und dem Fürsten fand am 18. April 1956 in Monaco statt. Grace Kelly hieß fortan Fürstin Gracia Patricia. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Am 23. Januar 1957 kam Prinzessin Caroline zur Welt, am 14. März 1958 Erbprinz Albert Alexander und am 1. Februar 1965 Prinzessin Stephanie.
Das Fürstenpaar bot der Regenbogenpresse wenig Gelegenheit, sich mit ihm zu befassen. Gracia Patricia engagierte sich für caritative Aufgaben, achtete auf höfische Etikette und betätigte sich als Künstlerin. 1963 gründete sie die Kinderhilfs- und Schutzorganisation "Association Mondiale des Amis de l'Enfance" (AMEDE). Im Herbst 1975 präsentierte sie unter ihrem Mädchennamen "Grace Patricia Kelly" auf einer Ausstellung in Monaco etwa 30 Collagen, meistens Kompositionen aus gepressten Blumen. Eine weitere Ausstellung folgte 1980 in Paris. Außerdem trat sie bei Dichterlesungen auf.
Die Fürstin lehnte fast alle Angebote für Bühne und Film ab. Lediglich im November 1970 wirkte sie an einer Londoner Wohltätigkeitsveranstaltung neben Frank Sinatra (1915-1998) und Bop Hope mit. 1976 wählte man sie in den Aufsichtsrat des Filmstudios "Twentieth Century Fox". Im Frühjahr 1982 stand sie für einige Szenen des Films "The greatest Mystery" über die Auferstehung Christi vor der Kamera, der für private kirchliche Fernsehsender in den USA produziert wurde.
Fürstin Gracia Patricia fand auf tragische Weise den Tod. Bei der Heimfahrt aus ihrer Sommerresidenz "La Turbie" am 13. September 1982 erlitt sie in Monaco hinter dem Lenkrad des von ihr gesteuerten Autos in einer Haarnadelkurve einen Schlaganfall. Daraufhin kam das Fahrzeug von der Straße ab und stürzte 40 Meter tief einen Abhang hinunter. Gracia Patricia erlitt dabei folgenschwere Verletzungen, denen sie am 14. September 1982 erlag. Die mit im Unglückswagen sitzende Prinzessin Stephanie ist schwer verletzt worden.
Das Fernsehen übertrug die Trauerfeierlichkeiten anlässlich des Todes der Fürstin weltweit. Dabei wirkte Fürst Rainier III. schwer getroffen und um Jahre gealtert.
1976 erschien eine Biographie mit dem Titel "Princess Grace". 1981 ließ die Rundfunkgesellschaft "American Broadcasting Company" (ABC) einen Fernsehfilm über den ersten Lebensabschnitt von Gracia Patricia bis zur Hochzeit prouzieren, wobei Cheryl Ladd die Hauptrolle spielte.
Ernst Probst / September 2002
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Ernst Probst ist Autor des Taschenbuches "Superfrauen 7 - Film und Theater" mit Biographien berühmter Frauen in Wort und Bild.
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