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Weltstar aus Schweden
Vor 20 Jahren starb Ingrid Bergman
Von Ernst Probst
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Ein "Denkmal des Kinos" war die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman (1915-1982), deren Todestag sich jetzt zum 20. Mal jährt. Unvergessen ist vor allem ihr Film "Casablanca" aus dem Jahr 1942. Darin ging es um die Frage, ob die Bergman als Frau ihrem Gatten (gespielt von Paul Henreid, 1908-1992), einem Widerstandskämpfer, treu bleiben oder ob sie mit dem zynischen, ausgebürgerten amerikanischen Cafébesitzer (Humphrey Bogart, 1899-1957) davongehen würde. Das ironische Ende überraschte die meisten Kinozuschauer.
Ingrid Bergman kam am 29. August 1915 als Tochter eines Fotografen und Malers sowie einer Deutschen in der schwedischen Hauptstadt Stockholm zur Welt. Ihre Mutter starb, als sie erst zwei Jahre alt war, ihren Vater verlor sie neun Jahre später. Von nun an wuchs die Waise bei Verwandten auf und besuchte bis zum Alter von 17 Jahren eine private Mädchenschule.
Von 1933 bis 1934 nahm Ingrid Bergman an der königlichen Schauspielschule in Stockholm Unterricht. Ihr Debüt auf der Leinwand feierte sie in dem Film "Munkbrogreven" (1935). Am 10. Juli 1937 schloss sie ihre erste Ehe mit dem schwedischen Zahnarzt Petter Lindström. Von ihm stammt die 1938 geborene Tochter Pia. In Deutschland stand sie erstmals für "Vier Gesellen" (1938) vor der Kamera.
Ende der 1930-er Jahre ging Ingrid Bergman in die USA, wo sie in der amerikanischen Fassung des Films "Intermezzo" (1939) einen Riesenerfolg hatte. Den Durchbruch zum Weltruhm schaffte sie in dem eingangs erwähnten legendären Film "Casablanca" (1942), in dem sie sehr überzeugend auftrat.
Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway (1899-1961) wählte Ingrid Bergman danach für die Hauptrolle in der Verfilmung seines Buches "Wem die Stunde schlägt" (1943) persönlich aus. Für ihre Rolle als bedrohte Frau in "Das Haus der Lady Alquist" (1944) erhielt sie ihren ersten "Oscar" als beste Schauspielerin. "Berüchtigt" (1946) gilt als der beste ihrer drei mit dem britischen Regisseur Alfred Hitchcock (1899-1980) gedrehten Streifen.
1950 litt Ingrid Bergmans bis dahin untadeliger Ruf ernsthaften Schaden, als sie ihren ersten Mann Petter Lindström und ihre Tochter Pia verließ, um mit dem italienischen Regisseur Roberto Rosselini (1906-1977) zusammenleben zu können.
Noch im selben Jahr heiratete sie Rosselini, der ihretwegen seine Lebensgefährtin Anna Magnani (1908-1973) verließ, in zweiter Ehe. Aus der Verbindung gingen 1950 der Sohn Robertino sowie 1952 die Zwillinge Isabella und Isotta hervor.
Petter Lindström und Ingrid Bergman stritten lange Zeit um Geld und die Tochter Pia die schließlich bei ihrem Vater bleiben durfte. Die Tochter, deren Vorname in der Deutung der Eltern "Petter & Ingrid always" hieß, nannte sich fortan Jenny Ann, um nicht mehr an die gescheiterte Ehe ihrer Eltern erinnert zu werden.
Ingrid Bergman lebte sieben Jahre in Italien und spielte in fünf von Rosselini inszenierten Filmen die Hauptrolle. Der erste dieser Streifen hieß "Stromboli" und kam 1950 in die Kinos. Bei den Dreharbeiten dafür waren sich der heißblütige Italiener und die kühle Schwedin immer näher gekommen. Für "Anastasia" (1956) nahm die Bergman ihren zweiten "Oscar" als beste Schauspielerin entgegen.
Doch bald bröckelte hinter der Fassade das Glück des Ehepaares: Ingrid litt unter der Großfamilie der Rosselinis, rauchte und trank immer mehr. Roberto hatte finanzielle Probleme, ohrfeigte sie öffentlich, ging ins Bordell und beneidete sie um ihre Erfolge. 1957 kehrte Ingrid Bergman nach Hollywood zurück. Im Juni 1958 wurde die Ehe mit Rosselini geschieden. Von 1958 bis 1978 war Ingrid in dritter Ehe mit dem schwedischen Produzenten Lars Schmidt verheiratet.
In Amerika spielte Ingrid Bergman 1959 ihre erste Fernsehrolle, die ihr prompt einen Fernsehpreis bescherte. 1973 fungierte sie als Präsidentin der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes. Den dritten "Oscar" verdiente sie sich für die beste weibliche Nebenrolle in dem Film "Mord im Orientexpress" (1974). In "Eine Frage der Zeit" (1976) traten Ingrid Bergman und ihre Tochter Isabella, die damals ihr Debüt feierte, zusammen auf.
Ihre letzte Filmrolle spielte Ingrid Bergman in Ingmar Bergmans Film "Herbstsonate" (1978). Dafür erhielt sie 1979 den Preis des Verbandes der New Yorker Filmkritiker als beste Schauspielerin des Jahres.
Ende 1981 übernahm Ingrid Bergman - bereits vom Krebs gezeichnet - die Titelrolle in einem Fernsehfilm über die israelische Politikerin Golda Meir (1898-1978), wofür man ihr postum noch einen "Emmy" zusprach. Ingrid Bergman starb am 29. August 1982 an ihrem 67. Geburtstag in London.
Ernst Probst / August 2002
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