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Trinkwasser nur noch für Reiche +++ Deutschland exportiert chemische und biologische Stoffe für den Kriegsgebrauch +++ Deutsche Unternehmen verdienen an Folterinstrumenten (*)
(*) = Quelle: Presseinfo Netzwerk Recherche und Initiative Nachrichtenaufklärung, Top Ten der vernachlässigten Themen 2001)
Die stets zum Jahreswechsel erfolgende Nominierung des "Wort des Jahres" und des "Unwort des Jahres" löst ein großes Echo im Feuilleton der Medienlandschaft aus.
Angesichts des ernsten Anlasses, nämlich der Mahnung zu einem bewussteren Umgang der Sprache, lässt sich Erstaunliches registrieren: Ausgerechnet jene Personengruppen - insbesondere Journalisten, Politiker und Experten aller Lebensbereiche - , die bis dahin mit großer Leichtigkeit die im Laufe eines Jahres im Trend liegendenden Begriffe zu Schlagworten stilisierten, sehen dann eine Gelegenheit, über die gebrandmarkten Begriffe und deren modische Verwendung süffisant zu plaudern.
Offensichtlich ist es letztlich nur des Unterhaltungswertes zu verdanken, dass sich Medienvertreter der berechtigten Kritik annehmen.
Die 1997 gegründete "Initiative Nachrichtenaufklärung" und das im Vorjahr gegründete "Netzwerk Recherche" haben hinsichtlich der Berichterstattung der Medien nun eine viel härtere Rüge vorzubringen.
Eine Untersuchung und Analyse des Medien-Outputs ergab, dass es im vergangenen Jahr wichtige Themen gab, über die unzulänglich und mangelhaft berichtet wurde.
Die Jury-Mitglieder, die eine brisante "Top Ten -Liste " mit den 2001 vernachlässigten Themen zusammenstellten, (nachzulesen unter: http://www.netzwerkrecherche.de ), weisen darauf hin, dass der Journalismus durch den Einfluss der Public Relations- Industrie in seiner unabhängigen und zuverlässigen Berichterstattung bedroht wird. Außerdem sehen das Netzwerk Recherche und die Initiative Nachrichtenaufklärung das allgemeine Recht auf eine journalistisch aufgeklärte Meinungsbildung gefährdet und führen hierzu die höchst bedenkliche staatliche Informationspolitik an, die insbesondere durch Blockade-Strategien von Ministerien die Unwissenheit der Bevölkerung pflegen soll.
Die Vorwürfe sind an konkreten Vorgängen klar aufgezeichnet - doch die von den Initiatoren der Untersuchung veröffentlichte Kritik mutet in der og. Formulierung äußerst diplomatisch an.
Im Klartext jedoch heißt das: Es gibt ein großes Interesse verschiedener Lager der Politik und der Wirtschaftsführer, den Informationsfluss und die Qualität der Informationen zu kontrollieren, um die Bevölkerung dumm zu halten. Ob die massive Kritik in den Medien ohne Echo verhallt oder von bestimmten Sprachrohren schön geredet wird? Verwunderlich wärs nicht...
v. - red / 13. Februar 2002
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