Rekorde aus dem Reich der Dinosaurier
Leseprobe aus "Rekorde der Urzeit"
Von Ernst Probst
Verlag Ernst Probst
|  |
Eine wahre Fundgrube von Rekorden aus dem Reich der Dinosaurier ist das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" (Omnibus-Verlag) des Mainzer Wissenschaftsautors Ernst Probst. Nachfolgend eine Leseprobe:
Der kleinste Dinosaurier der Erde ist vermutlich der Raubsaurier Compsognathus aus Deutschland und Frankreich. Er lebte im Jura vor 150 Millionen Jahren und war mit einer Gesamtlänge von 65 cm nur so groß wie eine heutige Hauskatze.
Der kleinste Dinosaurier, der je gefunden wurde, der Mussaurus (Argentinien). Er hatte nur eine Länge von 37 cm. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die kleinste Art von Dinosauriern, sondern um ein Jungtier der Gattung Plateosaurus.
Die größten Dinosaurier könnten der Argentinosaurus (Argentinien) und der Supersaurus (USA) mit Längen von über 40 m gewesen sein. Da diese Funde nur aus wenigen Fragmenten bestehen, handelt es sich bei den Längenangaben um reine Schätzwerte. Im Januar 2000 wurden in Südpatagonien (Argentinien) Wirbel- und Oberschenkelknochen eines Sauropoden gefunden, dessen Länge man auf über 50 m schätzt (!).
Die geologisch ältesten Dinosaurier sind die 228 Mio. Jahre alten Raubsaurier Herrerasaurus und Eoraptor (Argentinien). Allerdings fand man 1999 in Madagaska die Überreste von 225-230 Millionen Jahre alten, noch unbenannten Prosauropoden. Möglicherweise sind dies die ältesten Dinosaurierfunde...
Der größte Raubdinosaurier ist der bis zu 14 m lange Giganotosaurus (Argentinien). Ein angeblich 1 m längerer, ebenfalls aus Argentinien stammender Raubsaurier wurde der Öffentlichkeit im März 2000 anläßlich einer Ausstellungseröffnung in den USA angekündigt.
Der größte Panzer-Dinosaurier ist der Ankylosaurus (USA) mit einer Länge von bis zu 10 m.
Der größte Horn-Dinosaurier ist der Triceratops (USA), der bis zu 9 m lang wurde. Sein Gewicht schätzte man auf beachtliche 8-10 Tonnen.
Das größte in einem Museum ausgestellte Dinosaurierskelett steht im Naturkunde-Museum der Humboldt-Universität Berlin. Es stammt von einem 12 m hohen Dinosaurier der Gattung Brachiosaurus. Das Gewicht des Brachiosaurus schätzt man auf ca. 80 Tonnen.
Der größte in Deutschland nachgewiesene Dinosaurier war eine "Donnerechse" aus der Verwandtschaft von Apatosaurus (früher: Brontosaurus). Von einem solchen mehr als 20 m langen und etwa 30 Tonnen schweren Giganten wurde 1979 in einem Steinbruch des Ortsteils Münchehagen von Rehburg-Loccum (Niedersachsen) eine fast 30 m lange Spur entdeckt.
Der größte aus Deutschland bekannte Raubdinosaurier stammt aus der Gruppe um Megalosaurus. Seine Existenz ist durch dreizehige, 63 cm lange Fußabdrücke aus dem Ortsteil Barkhausen von Bad Essen (Niedersachsen) belegt.
Die erste Abbildung eines Dinosaurierfundes ist in dem Buch "Naturgeschichte der Grafschaft Oxfordshire" von 1677 aus der Feder des engl. Professors Robert Plot enthalten. Er deutete diesen Fund irrtümlich als Elefantenknochen oder Überreste eines "Riesen". Tatsächlich zeigen seine Zeichnungen den Teil eines Oberschenkelknochens des Raubdinosauriers Megalosaurus.
Die erste wissenschaftliche Beschreibung eines Dinosauriers wurde 1824 von dem englischen Paläontologen Wiliam Buckland (1784-1856) veröffentlicht. Er hatte die Zähne und Knochen des Raubdinosauriers Megalosaurus aus Stonesfield bei Oxford untersucht. Buckland hielt den Megalosaurus für eine ausgestorbene Riesenraubechse.
Die erste Verwendung des Begriffes Dinosaurier geht auf eine wissenschaftliche Tagung im Jahre 1841 in Großbritannien zurück. In seinem Vortrag über die fossilen Reptilien Großbritanniens stellte der Anatom Richard Owen der Öffentlichkeit erstmalig die Gruppe der Dinosaurier vor. Der Name Dinosaurier leitet sich von den zwei griechischen Wörtern deinos (schrecklich) und sauros (Echse) ab.
Die erste Entdeckung von Dinosaurier-Fährten in Amerika glückte 1802 dem Farmer Pliny Moody beim Pflügen eines Feldes unweit von South Hadley im Staat Massachusetts (USA). Dabei stieß er auf einen Stein, der einen dreizehigen Fußabdruck aufwies. Zeitgenossen hielten diesen Fund für ein Relikt aus der Zeit der biblischen Sintflut und meinten, daß es sich um Fußspuren des Raben handelte, den Noah fliegen ließ, damit er das Festland suche.
Der tiefste Fundort von Dinosauriern ist eine Kohlengrube der belgischen Stadt Bernissart. Darin wurden 1877/78 in 322 Meter Tiefe zahlreiche Skelettreste des pflanzenfressenden Dinosauriers Iguanodon entdeckt.
Die größte Anzahl von Dinosaurier-Skeletten einer einzigen Gattung wurde 1947 in einem Massengrab bei der sogenannten "Geister-Ranch" in Neu-Mexiko entdeckt. An diesem Ort fand man Überreste von mehreren hundert Exemplaren der Dinosauriergattung Coelophysis aus der Triaszeit vor mehr als 210 Millionen Jahren. Coelophysis war ein flinker Räuber mit einem Gewicht von schätzungsweise 30 Kilogramm.
Die meisten Dinosaurier-Skelette von einer Gattung in Deutschland kamen zwischen 1911 und 1932 in Trossingen, östlich von Villingen-Schwenningen in Baden-Würtemberg zum Vorschein. Dort fand man viele völlständige Skelette und diverse Skelettteile des Plateosaurus, der aufgrund seines häufigen Vorkommens in Baden-Würtemberg auch als "schwäbischer Lindwurm" tituliert wurde.
Das kleinste Gehirn unter den Dinosauriern hatte vermutlich der Stegosaurus (USA). Es war nur so groß wie eine Walnuß.
Den längsten Kamm auf den Kopf trug der Parasaurolophus (USA). Der Kamm erreichte bis zu 1.8 m Länge und dürfte ein Schallresonanz-Organ gewesen sein, mit dem die Tiere laute Töne hervorbringen konnten.
Die größte Anzahl von Zähnen aller Dinosaurier hatte der Entenschnabel-Dinosaurier Anatosaurus (USA). Seine Kiefer waren mit bis zu 3000 Zähnen bestückt.
Das größte Rückensegel hatte vermutlich der Raubdinosaurier Spinosaurus (Ägypten und Niger). Das Segel war mindestens 1,75 m hoch, wie die mannslangen Dornfortsätze der Wirbelsäule zeigten.
Das längste Ei eines Dinosauriers hat eine Länge von 41 cm und wurde anfang 2000 von einem Team südkoreanischer Paläontologen in der Nähe von Tongyong City gefunden.
Ernst Probst / August 2002
Ernst Probst, Im See 11, 55246 Mainz-Kostheim
Telefon 06134/21152, Fax 06134/26665, E-Mail verlagernstprobst@web.de
Verlag Ernst Probst: www.verlagernstprobst.de
|
|
 |
|