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Istanbul. Aydan Murtezaoglu: At Room Temperature, 2000-2003

Ausstellungsreihe “STADTanSICHTEN”

Ab dem 7. April 2004 startet das Institut für Auslandbeziehungen (ifa) in seiner Galerie in Stuttgart die Ausstellungsreihe „STADTanSICHTEN“. Zu Beginn der Reihe wird die Stadt vorgestellt, die als einzige auf der Welt auf zwei Kontinenten liegt - Istanbul. Eine Stadt, die das Zusammentreffen von Gegensätzen und verschiedenen Welten verkörpert. Sie gilt als Symbol für die vielen Kulturen und Religionen, die sich an diesem Fleck der Erde trafen und das Bild der Stadt prägten. Zahllose bauliche Sehenswürdigkeiten dokumentieren die einzigartige Geschichte des Schnittpunktes zwischen christlicher und islamischer Kultur, die bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht.

Byzanz. Konstantinopel. Istanbul. Die Veränderungen Istanbuls greifen tiefer als die wechselnden Namen einer Stadt, die über anderthalb Jahrtausende Hauptstadt eines oströmisch-byzantinischen und später türkisch-osmanischen Kaiserreichs war. Erst nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches am Ende des Ersten Weltkrieges wurde durch die türkische Befreiungsbewegung unter Mustafa Kemal Atatürk im Jahre 1923 die Unabhängigkeit erkämpft. Fortan musste Istanbul seinen Platz als Hauptstadt an Ankara abtreten.

Unabhängig von ihrer bewegten Geschichte hat sich Istanbul jedoch nie dem westlichen Maßstab einer exakten Städteplanung angepasst. Stattdessen wurden Improvisation, Zufall und Chaos zu den Elementen des Gesamtplans erhoben. Es sind nicht nur die Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Plätze, die das Gesicht der Stadt bestimmen. Unter ihrer Oberfläche und fernab der berühmten Türme eröffnen sich andere Welten - enge und dunkle Gassen, Orte der Begegnungen und Pforten zu Abwegen. Diese nächtlichen Brüche und Risse sind ebenso Bestandteil des städtischen Gewandes Istanbuls wie sein Erscheinungsbild bei Tage.

Der Bruch zwischen der Moderne und der Tradition ist ebenfalls nirgendwo sonst in der Türkei so auffällig zu beobachten wie in Istanbul. Das Leben in den Stadtteilen Ortaköy, Nisantasi, Suadiye oder Kuzguncuk unterscheidet sich kaum vom Alltagsleben in westeuropäischen Metropolen. Auf der anderen Seite gibt es Stadtviertel, in denen man in einem anderen Zeitalter zu leben glaubt. Die vielen künstlich geschaffenen Siedlungen in und um Istanbul, die in erster Linie die landflüchtigen Menschen aus Anatolien in Gecekondus („in einer Nacht errichtete Häuser“) beherbergen, haben das nostalgische Stadtbild Istanbuls verändert.

Seit den 1990er Jahren setzen sich u.a. viele Künstler mit der Struktur und Entwicklung Istanbuls auseinander. In der Ausstellungsreihe „STADTanSICHTEN“ zeigen die Künstler Erik Göngrich, Cevdet Ereks, Secil Yersel, Yetkin Basarir, Osman Bozkurt, Aydan Murtezaoglu, Murat und Fuat Sahinler ihre ganz persönlichen Eindrücke über Istanbul und nehmen den Betrachter auf ganz individuelle Art und Form mit auf die Reise zu den Menschen dieser Stadt, die sich in diesem gewachsenen und doch funktionierenden Chaos zurechtfinden.

Erik Göngrichs Dia-Projektion „Picnic City“ bietet Einblicke in die Bereiche der Stadt, die fernab der allseits bekannten und fotografierten Bilder liegen. Cevdet Ereks dagegen fokussiert mit seiner Videoinstallation „Die zweite Brücke“ die beiden Kreuzungspunkte zwischen Asien und Europa, zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer.


Vom öffentlichem Stadtraum begibt sich die Ausstellung in die privaten Räume der Menschen hinein: der Fotoarbeit Aydan Murtezaoglus mit dem gelassenen, entspannten Blick der Betrachterin auf ihre Stadt folgt das Video Bülent Sangars, in dem die Aggressionen des Einzelnen gegen alles sich außerhalb Befindende spannungsvoll und erschreckend zugleich ins Bild gesetzt ist.

m.r. - red / April 2004


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit ca. 64 Seiten, zahlreichen Abbildungen und Texten u. a. von Vasif Kortun zum Preis von 9 Euro.

Vasif Kortun ist Leiter des Platform Garantie Contemporary Art Center in Istanbul und gleichzeitig auch Kurator dieser Ausstellung.

Adresse
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Fon +49/711/2225-173
Fax +49/711/2225-194

Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag 12 – 18 Uhr
Samstag, Sonntag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei

Die Ausstellungsreihe „STADTanSICHTEN“ im Überblick:

7. April bis 30. Mai 2004 / Istanbul (ifa-Stuttgart)

25. Juni bis 15. August 2004 / Planschrank Moskau (ifa-Stuttgart)

27. August bis 17. Oktober 2004 / Lagos (ifa-Berlin)

Siehe auch:
http://www.ifa.de/galerien/index_stuttgart.htm



Veranstaltungshinweis für Kinder:

  • Wie sieht eine Stadt im Orient aus?
    Gülseren und Ayse zeigen Kindern die Ausstellung und basteln mit ihnen zum Beispiel eine kleine Stadt zum Mitnehmen.
    Öffentliche Veranstaltungen für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren
    Samstag, 17. Mai 2004, 11 – 12 Uhr
    Samstag, 24. Mai 2004, 11 – 12 Uhr
  • Warum trägt Ayse ein Kopftuch und Gülseren keins?
    Kinder fragen zum Thema Islam, was sie schon lange wissen wollten, und Ayse und Gülseren antworten ihnen.
    Veranstaltungen für Kindergärten und Grundschulen
    Freitag, 23. April 2004, 11 – 12 Uhr
    Freitag, 30. April 2004, 11 – 12 Uhr
    Wir bitten um vorherige telefonische Anmeldung bei Frau Alber, Tel. 0711/22 25-161
Alle Veranstaltungen finden statt in der ifa-Galerie Stuttgart, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart; der Eintritt zu den Kinderprogrammen ist frei. Wie sieht eine Stadt im Orient aus?

 



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