Günter Ludwig

Variation zu dem Buch: WELT LICHT MÄRCHEN (von G. Ludwig u. Dr. Alfred Schröcker), 1999

 

Der Raub der Sonnengöttin 6, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Warum Sonne und Mond sich meiden 2, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Der Raub der Sonnengöttin 4, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Mutter Sonne, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Der Herrscher von Tilatongo 8, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Der Griff zur Sonne, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Die Reise zur Sonne 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Der Drachenzar 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Die Wunderlampe 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Der Raub der Sonnengöttin 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Die Reise zur Sonne 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

Vom Sonnengott und den Mondmädchen 3, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

 

sun, 1999 +++ Digitale Arbeit, 70 x 100 cm, Auflage 77 Stck, handsigniert und nummeriert

Der Raub der Sonnengöttin

(Japan)

Der Kampf um das Sonnenlicht, das durch einen bösen Gott (Dämon) in ewige Nacht verwandelt wurde, ist Thema dieses Märchens aus dem Bereich der japanischen Urbewohner (Ainu), die heute noch auf Hokkaido und Sachalin leben.

(Zitat Anfang) Einmal fing ein böser Dämonengott die Sonnengöttin. In sechs Steinkisten, die in sechs Metallkisten standen, die wiederum von sechs hölzernen Kisten umschlossen waren, sperrte er sie ein und zog sechs Zäune aus Holz, sechs Zäune aus Metall und nochmals sechs Zäune aus Stein. Deshalb herrschte auf der Welt ewige Nacht. Da befiel Götter und Menschen große Müdigkeit und viele von ihnen verfielen in solch tiefen Schlaf, daß sie nicht mehr daraus er wachten und daß dieser Schlaf zu ihrem Todesschlaf wurde. Da versammelten sich alle Götter und hielten einen Rat, wie man die Sonnengöttin befreien könnte. Die schwachen Götter blieben gleich zu Anfang sitzen und zogen nicht mehr weiter. Die starken Götter machten auf halbem Wege halt, und nur die stärksten Götter kamen bis zur Umzäunung und setzten sich dort nieder. Da fing der Dämonengott diese Götter allesamt und zog sie in seine Behausung hinein. Dort verwandelte er sie alle in kleine Wickelkinder. Rechts der Feuerstelle hängte er sechzig Wiegen auf. Links der Feuerstelle hängte er sechzig Wiegen auf. Dahinein legte er laut schreiende Götter und trieb seine Späße mit ihnen, indem er sie verhöhnte. Da schickten die Götter Kemushiri-nupuri-Kamui, den Gott des Berges Kemushiri, als Boten an Ainu-rakkuru-Kamui, den Gott, der über allen Göttern steht, einen Helden, wie es keinen zweiten im Himmel und auf Erden gibt, und baten ihn flehentlich um Hilfe. Ainu-rakkuru-Kamui sagte nur: ”Ihr Menschen, macht euch keine Sorgen.” Drei Tage brauchte er, um sich die Beinschiene an den einen Schenkel zu binden. Zwei andere Tage brauchte er, um sich die Schiene an das andere Bein zu binden. Dann legte er den von göttlichem Rost bedeckten Götterpanzer an, um sein rauchgeschwärztes Atushi-Kleid gürtete er sein Schwert in rauchgeschwärzter Scheide, band einen goldenen Gürtel um und setzte seinen rauchge- schwärzten Helm auf den Kopf. Dann bestieg er zusammen mit Kemushiri-nupuri-Kamui seine Göttersänfte und fuhr damit zum Himmel empor. Mit einem Gepolter fuhren sie daher, daß Erde und Himmel erbebten, daß Dörfer und Flecken in Trümmer zu fallen drohten. Näher und näher kamen sie dem Platz, wo der Dämonengott hauste.

Unvermindert lärmend umkreisten sie die Umzäunung. Plötzlich, wie ein Sturmwind, schlüpften sie hinein. Drinnen im Hause zu beiden Seiten hingen die zweimal sechzig Wiegen, in denen die vielen zu Wickelkindern verwandelten Götter, kläglich schreiend, lagen. Ganz hinten im letzten Zimmer standen die Kisten, in denen die Sonnengottheit eingesperrt war. Während der Dämonengott mit gekrümmtem Rücken die Götter verhöhnend die Wiegen schaukelte, erbrachen die beiden die hölzernen Kisten, die Kisten aus Metall und die Kisten aus Stein, rissen die Sonnengottheit heraus und eilten mit ihr davon. Laute Schimpfworte ausstoßend verfolgte sie der Dämonengott, doch Ainu-rakkuru-Kamui erhob seinen Fuß und zertrümmerte mit... (Zitat Ende)

 


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