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PORTRÄTS:
A Virtual Memorial - Agricola-de-Cologne

Notiz: Das Thema des Monats - bei "A Virtual Memorial"

A Virtual Memorial
von
Agricola-de-Cologne

Das New Media Art Projekt
A Virtual Memorial - www.a-virtual-memorial.org ist seit dem 01.01.2000 als künstlerisches Mahnmalprojekt gegen das Vergessen und für Menschlichkeit in der virtuellen Umgebung des Internet installiert.

Kreiert durch Agricola de Cologne, Medienkünstler aus Köln, stellen die existenziellen Fragen menschlichen Daseins zentrales Thema des Projektes dar, die sich mit

Erinnern-Verdrängen-Vergessen
verbinden.

Das Mahnmalprojekt kombiniert Fortwährendes mit den sich rasant entwickelnden Technologien der Neuen Medien und vermittelt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Dabei geht es nicht nur darum, im virtuellen Medium des Internet mit visuellen multimedialen Mitteln Erinnerungen und Assoziationen an weltumspannende Geschehnisse wachzuhalten, wie den Holocaust, Apartheit, Rassismus, Aids oder globale oder lokale Katastrophen, sondern auch Perspektiven in die Zukunft mit einer kritischen Beleuchtung der Medien.- oder Wissenschaftsentwicklung oder an persönliches, individuelles subjektives Erleben aus dem Alltagsleben..

A Virtual Memorial ist ein interaktives Kunstprojekt, wobei die Interaktion sich nicht alleine auf die Website interne Interaktion beschränkt. Künstler und Institutionen aus aller Welt sind

Alle Bilder sind dem "Virtual Memorial" entnommen
Copyright: Agricola-de-Cologne

 

 

 

 

 

aufgerufen sich durch eigene Beiträge an dem Projekt zu beteiligen, wobei die Vielfalt an Aspekten für das Projekt eine wichtige Rolle spielt. Die Interaktion zeigt sich auch darin, auf welche Weise ein Bild erzeugt wird.
Im Sinne des divisionistischen Prinzips AGRICOLA's geschieht dies durch eine Vielfalt an Aspekten und Assoziationen, die durch die verschiedenen Kategorien in denen Beiträge aufgenommen werden können. Diese reichen von einfachen Links zu Websites die im weitesten Sinne Bezüge zum Thema des Projektes haben, bis zu den sehr persönlichen Künstlerbeiträgen der ArtObjects, welche direkt in das Mahnmalprojekt eingebettet werden. Am umfangreichsten ist die Liste der TextLinks, welche unterteilt in verschiedene Sektionen aus Sicht des oder der Künstler von Bedeutung für den Sinnzusammenhang des Projektes sind und die eigentlich Wahrnehmungsumgebung darstellen.

Aus der Fülle der höchst unterschiedlichen Aspekte und zudem auf unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen entsteht nach und nach ein komplexes Bild im Innern oder vor den Augen des Betrachters, nicht jedoch in Form eines einzelnen konventionellen realen Bildwerkes.

Die Aktivität und Offenheit des Betrachteres ist gefragt. Dadurch, daß Beiträge aus allen Teilen der Welt, aus allen Kulturen, Kontinenten und Glaubensrichtungen aufgenommen werden, kann ein Einblick darin gewährt werden, wie Menschen auf dieser Welt mit den Fragen ihrer Bestimmung umgehen.
Das Projekt ist weitestgehend in Flash 4 (Macromedia) entwickelt , ergänzt teilweise durch Javascript und HTML.. Als "streaming Medium" ist die Flash Technologie für künstlerische Inhalte und Gestalten prädestiniert, sie erlaubt komplexe animierte Inhalte bei stark redizierter Dateigröße und geringen Downloadzeiten. Unterstützt wird dies noch durch die interne Scriptsprache.

Das Projekt ist als work in progress auf Dauer hin im Internet installiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mahnmalen gibt es jedoch kein entgültiges, statisches, sondern ein sich ständig veränderndes, mobiles Resultat, welches sich stets den neuesten technologischen Entwicklungen, neuen Erkenntnissen und veränderten künstlerischen Sichtweisen anpaßt.

Zur Zeit gibt es Teilnehmer und Beteiligungen aus Brasilien, USA, Argentinien, Nepal, Italien, Großbritannien, Russland, Lettland, Nigeria und Deutschland.


Das Thema des Monats April 2001 heißt:
"Transit - Bewegen von einer Ebene zur anderen"

Gedenktage im April

9. April 1945 Dietrich Bonhöfer hingerichtet
20. April Jom HaShoa (Israel)
24. April Tag zum Gedenken des Völkermordes (Armenien)
26. April Tschernobyl Gedenktag
27. April Tag der Freiheit (Südafrika)

Die Features des Monats bilden eine Komposition von Multimedia Anwendungen, welche auf einer separaten Webseite als ein Themen bezogenes Kunstwerk bestehend aus unterschiedlichen Texten, Dokumenten, Kunstobjekten und einer Sammlung von URLs auf Dauer .

Künstler des Monats: "Melissa Gould"
KunstObjekt des Monats: "Go to the Montain top"
Mann des Monats: "Dalai Lama"
Gedicht des Monats:"In transit" by Patricia Turnbull
Stadt des Monats:: "Saigon"
Tier des Monats: "Berggorilla"
Volk des Monats: "Sinti und Roma"
Ruine des Monats:"Tschernobyl"
Seuche des Monats:"Maul-und Klauenseuche"

Zum Thema
Das Thema des Monats trägt im April 2001 den Titel
"Transit - Bewegen von einer Ebene zur andere".

Der Monat April selbst in ein Monat des Übergangs. Der Winter ist zu Ende und eine Zeit des Aufbruchs folgt in der Natur, wie im Biorhythmus der Menschen.

Die Errichtung von "Transit Camps" wird seit langem praktiziert, sei es aus humanitären Gründen, um Menschen vorübergehend Schutz vor Krieg, Gewalttaten oder Naturkatastrophen zu bieten, oder sei es als Instrument der Verfolgung und Erniedrigung der Bevölkerung oder Minderheiten in totalitären Systemen. Die Mehrzahl der Nazi-Konzentrationslager waren Transit Lager, wo die Verfolgten gesammelt wurden, um von da aus auf Vernichtungs- oder Arbeitslager verteilt zu werden. Ähnlich war es im Stalinismus, die Transitlager auf dem Balkan scheinen institutionalisiert.

Die Künstlerin des Monats Melissa Gould befindet sich selbst in einer Art Transit Situation. Dieses zeigen ihre Aufenthalte in Deutschland, die aus Anlaß der Verfolgung Ihrer eigenen Familie im Dritten Reich Ausgangpunkte zu vielfältigen Kunstprojekten führen.

"Go to the montain top", das Flashvideo von Agricola beschreibt die Situation des sich wiedervereinigenden Berlin auf dem Hintergrund seiner Geschichte, die Krieg und Verderben in die Welt brachte.

Als Wandler und Mittler zwischen Ost und West gilt der "Dalai Lama", das Oberhaupt des Tibetanischen Buddhismus. Vertrieben und geflohen aus seinem Vaterland, seiner Kultur, ist es sein Glauben, der Brücken schlägt und ihn trotz oder gerade wegen der Situation des Exils zur Einmischung in Belange der Menschenrechte, nicht nur bezogen auf die Tibetanische Nation, treibt.

Wie viele anderen Tiere Afrikas ist der "Berggorilla " eine aufs höchste gefährdete Spezies, eine Tierart, deren Lebensraum durch den Menschen immer weiter und schneller eingeengt wird, so daß ein "Transit", d.h. sich an die veränderten Lebensumstände anzupassen, aus eigener Kraft nicht möglich ist. Nur mit Hilfe und Unterstützung der Menschen ist ein Überleben möglich.

Transit ist ein Leben und Kulturprinzip des Volkes des Monats, der "Sinti und Roma", der Zigeuner. Von den Ursprüngen her ein nomadisierendes, "fahrendes" Volk, beweg(t)en sie sich von einem Land, von einer Kultur zur anderen, mal verfolgt, mal geduldet, aber zumeist und bis zum heutigen Tage vielfach rechtlos oder als Minderheit kaum akzeptiert.

"Tschernobyl" wurde zum Symbol von Transit, der Verbreitung der unsichtbaren Gefahr der Radioaktivität verursacht durch des Supergau 1986. Noch stets sind ganze Landstriche in der Ukraine, aber insbesondere in Belarus kontaminiert und teilweise Sperrzonen. Unendliches Leid wurde in die Welt getragen, das der Tod und die häufig tödlichen Krebserkrankungen verursacht haben. Aber Tschernobyl steht auch als Symbol für den Ausstieg aus der Kernenergie.

"Saigon", heute Ho Chi Minh Stadt, hat heute wie gestern Symbolkraft, einst im Zusammenhang mit Kolonialismus, der Trennung von Nord- und Südvietnam und den Vietnamkriegen der Franzosen und Amerikaner, heute steht Saigon für die Wiedervereinigung von Vietnam, der 30. April feierlich begangen wird.

"Transit" ist auch das Kennzeichen einer in diesen Tagen grassieren Tierseuche, der höchst infektiösen Maul- und Klauenseuche, welche sich auch ohne direkten Kontakt mit Windesgeschwindigkeit ausbreiten und in den Zeiten von Massentierhaltung und Globalisierung kriegsähnliche Zustände und unvorstellbaren wirtschaftlichen Schaden verursachen kann.

Wer sich von einer Ebene zur anderen bewegt, muß nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf seine Umgebung und Umwelt achten, da ansonsten unwägbare Gefahren und Abgründe damit verbunden sein können. Verantwortung und Solidarität ist notwendig, wenn Schaden vermieden werden soll.

Wilfried Agricola de Cologne
Herausgeber


A Virtual Memorial


Siehe auch Call for Participation im ServiceCentre auf
http://www.a-virtual-memorial.org

Ausführliche Informationen über den Künstler siehe
http://www.agricola-de-cologne.de

Kontakte und zusätzliche Informationen über:
Email info@a-virtual-memorial.org



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